Alexa ist auf dem richtigen Weg

Alexa, die Sprachassistentin aus dem Hause Amazon, ist derzeit in aller Munde. Die Presse ist sich jedoch uneins: Für die einen ist Alexa eine (mehr oder weniger gute) Spielerei, für andere eine echte Bereicherung. Auch ich hadere mit mir. Mal beeindruckt mich Alexa, mal enttäuscht sich mich jedoch maßlos.

Alexa „wohnt“ jetzt seit gut einer Woche bei mir. Seitdem haben wir uns viel unterhalten, auch wenn die Unterhaltungen immer eher einseitig waren. Zudem sind Gespräche mit Alexa immer auffällig oberflächlich. Fragt man beispielsweise, wer Angela Merkel sei, so kommt die Antwort prompt. Hängt man dann jedoch Kontextfragen an, zum Beispiel: „Wie alt ist Sie?“, so gerät Alexa spürbar in die Bredouille.

Man stößt andauernd auf solche Grenzen und das ist nervig. Zudem scheint Alexa entweder enorm vergesslich oder launisch zu sein. Sagt man Alexa, sie solle Radio Hamburg spielen, so tut sie dies manchmal auch. Doch fragt man selbiges einige Stunden später nochmal, so kommt es öfter vor, dass sie antwortet: „Ich konnte den Sender nicht finden.“

So richtig intelligent ist Alexa zudem ebenfalls nicht. Je nachdem, wie man Fragen formuliert (Beispielsweise die Umrechnung von Währungen), erhält man eine Antwort oder nicht. Fragt man stur geradeaus, so kann Alexa Fragen zumeist sicher beantworten. Spricht man jedoch etwas umgangssprachlich, so tut sich Alexa oft schwer.

Die Erkennung des Gesagten ist hingegen durchweg gut; Alexa erkennt Gesprochenes sogar im Stimmengewirr und bei lauter Musik. Dafür verdient Amazon Respekt. Auch auf ihr Aktivierungswort „Alexa“ hört sie zuverlässig und schnell. Doch auch die Erkennung des Gesagten ist nicht vollkommen fehlerfrei. Fragt man beispielsweise, was das Wendland sei, so spuckt Alexa durchgehend das Wetter aus.

Alexa hat nette Zusatzfunktionen wie das Erzählen von Witzen. Diese sind durchaus ein schönes Gimmick.

Mit Skills, also Zusatzerweiterungen von Drittherstellern, lässt sich der Funktionsumfang von Alexa noch weiter aufbohren. Das funktioniert zwar, aber nicht gut. Man muss stets ein Aktivierungwort erwähnen. Dadurch entstehen unglaublich unpraktische Sätze wie „Frage Fernsehprogramm, was heute im Fernsehen läuft“. Das merkt man sich im Alltag kaum. Auch die Betonung leidet bei Skills aufgrund der TTS-Engine deutlich. Die meisten Sätze kann Alexa jedoch einigermaßen gut aussprechen.

Zusammenfassend muss man sagen, dass Alexa auf dem richtigen Weg ist. Doch Alexa ist noch sehr, sehr weit davon entfernt das Prädikat „Ausgereift“ zu erhalten. Das Potential von Alexa ist jedoch riesig. Amazon arbeitet derzeit stark an Alexa. Und das muss Amazon auch.

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