Samsung Gear VR 2 im Test

Günstig und gut in die neue „Virtuelle Realität“ starten: Das ist das offensichtliche Ziel Samsungs bei der Kooperation mit Oculus. Liegt die Oculus Rift nämlich derzeit noch bei einem Preis von ca. 500€, so kostet die Gear VR „nur“ etwa 100€. Wie gut ist die Brille aber wirklich?

Die Gear VR2 ist das Ergebnis einer Kooperation von Samsung und Oculus. Das weckt Erwartungen. Daher habe ich mir die Brille vor einigen Wochen bestellt und ausführlich getestet. Und tatsächlich: Die Gear VR2 (oder 2016er- Version) überzeugt.

Das Paket mit der Gear VR enthält die Brille selbst, eine Anleitung und einen Adapter. An der Brille befindet sich ein Anschluss, an dem Smartphone und Brille gekoppelt werden. Dank Adapter können sowohl kompatible Samsung-Geräte mit Micro-USB Anschluss als auch mit USB-C angeschlossen werden. Das Smartphone dient an der Brille als Display, da diese selbst keines hat. Das ist auch der größte Vorteil bzw. Nachteil an der Gear VR: Sie funktioniert nur mit wenigen Samsung-Geräten (z.B. Galaxy S6 und S7). Im Klartext heißt das: Wer kein Smartphone von Samsung hat, für den wird die Gear VR zu einem überaus teuren Erlebnis. Smartphone und Gear VR 2 überschreiten zusammen die Preismarke von 500€ mit Leichtigkeit. Wer jedoch ein Samsung-Smartphone hat, der kann recht günstig und gut in die Virtuelle Realität einsteigen.

Das Smartphone sitzt in seiner Halterung stets sicher und verrutscht nicht. Die Verarbeitung der VR-Brille ist einwandfrei: Nicht knarzt, es gibt keine scharfen Kanten. Das Gerät fühlt sich sehr hochwertig an kommt mit einer Abdeckung, sodass die Brille nicht einstaubt.

Die Displays in unseren Smartphones sind so scharf, dass man längst mit bloßem Auge keine Pixel mehr sehen kann. Mit einer VR-Brille hingegen sieht das ganze schnell anders aus: Das Bild auf dem Smartphone wird durch die Linsen in der Brille stark vergrößert. Wer durch die Brille blickt wird demnach nicht das gewohnt scharfe Bild sehen. Die Bildqualität mit einem Galaxy S7 ist dennoch durchaus gut. Die Verzögerungszeit von Brille und Smartphone in der Darstellung ist angenehm gering.

Die perfekte VR-Brille?

Die Brille wird mittels zweier „Gummibänder“ am Kopf befestigt. Die Brille sitzt sehr sicher auf dem Kopf- weniger bescheuert sieht man dadurch jedoch auch nicht aus. Die Brille trägt sich sehr angenehm. Dies liegt zum einem an ihrem geringen Gewicht aber auch an der sehr guten Polsterung vor dem Gesicht. Die Aussparung für die Nase ist meines Erachtens nach ideal gewählt: Sie ist nicht zu klein, aber auch nicht zu groß.

Die Gear VR 2 besitzt Sensoren, ein Touchpad, eine Lautstärketaste sowie einen Home- und Zurückbutton. Das erleichtert die Bedienung stark. Es reicht, eine Schaltfläche anzusehen und dann kurz auf das Touchpad zu tippen. Die Brille reagiert sofort.

Die Oberfläche bzw. das Betriebssystem der Brille, Oculus Home, wird via App über das Smartphone heruntergeladen. Das geht einfach, schnell und schmerzlos. Die Bedienung der Oberfläche über die Brille ist sehr angenehm.

Apps und Spiele lädt man aus dem Oculus Store- entweder per App auf dem Smartphone oder direkt über die Brille. Die Auswahl ist natürlich nicht so groß wie bei Google Play. Dafür sind die Apps und Spiele jedoch von merklich höherer Qualität. Dies macht sich am Ende jedoch auch am Preis bemerkbar: Die meisten Apps sind kostenpflichtig und Preise um die 10€ sind keine Seltenheit. Die Anzahl der Apps ist in Ordnung aber noch weiter ausbaufähig. Egal ob Städtereisen, Achterbahnfahrten, Webbrowser, Netflix oder Spiele: Es macht einfach Spaß mit der Brille Neues auszuprobieren. Wer noch nie Virtual Reality ausprobiert hat, wir die Technik und die Immersion (Grad des Eintauchens in die Virtuelle Realität) vermutlich zunächst einmal unterschätzen. Die Immersion wird auch von der Lichtdichte der Brille bestimmt. Hier leistet sich die Gear VR keine Schwächen: Das Polster deckt das Gesicht perfekt ab und lässt keinerlei Licht durch.

Was denkst du darüber?