Jawbone UP2 im Test: Ein Armband mit Schwächen

Mit dem UP2 schickt Jawbone ein neues Fitness-Armband in einen hart umkämpften Markt. Besser und genauer soll das Armband sein: Und ja, zum Teil ist es das auch. Doch der ausführliche Test offenbart auch diverse Schwächen, die nicht hätten sein müssen.

Wächter über Schlaf, Bewegung und Ernährung

Das Jawbone UP2 ist ein Fitnessarmband, welches sowohl Schlaf als auch Bewegung aufzeichnet. Optional kann man auch seine Ernährung in die für Android und iOS verfügbare App einspeisen, um genaue Daten zur eigenen Gesundheit zu erhalten. Die Auswertung der Daten übernimmt der „Smart Coach“, welcher Tipps und Analysen der Daten ausgibt.

Das System UP besteht aus zwei Komponenten: Dem Armband und der App für’s Smartphone. Das Armband sendet die Daten dabei kabellos via Bluetooth an das Smartphone. Das Armband hält unter normalen Bedingungen ca. 10 Tage durch, was stattlich ist. Das UP2 erkennt automatisch, ob sein Träger sich bewegt oder schlafen geht und schaltet dementsprechend in den entsprechenden Tag bzw. Nachtmodus um. Das funktioniert recht zuverlässig, auch wenn anhaltendes Nichtstun teils doch fälschlicherweise als Schlaf gewertet wird.

Insgesamt funktioniert das System sehr gut: Die Aufzeichnung von Schlaf- und Bewegungsdaten ist solide und (gefühlsmäßig) sehr genau. Der Smart Coach interpretiert die Daten zumeist richtig und das Armband rutscht, hat man es einmal richtig eingestellt, nicht unangenehm umher.

 

Ein Band mit Defiziten

Doch: Das UP2 hat genauso wie seine Vorgänger UP und UP24, dessen Besitzer ich ebenfalls war, mit Problemen und Schwächen zu kämpfen. Zum einen ist das Armband nicht wasserfest, sondern nur spritzwassergeschützt- Hände waschen ist also okay, Duschen oder baden jedoch risikobehaftet. Der Smart Coach wirft teils absolut unnötige „Feststellungen“ aus, wie zum Beispiel: „Du schläfst am Wochenende länger als Werktags“ (Ach was?!).

Nach mehreren Jahren im App-Store hat Jawbone es noch immer nicht hinbekommen, eine durchgängig deutsche Übersetzung und Anpassung der App hinzubekommen, was schade ist. Unfreiwillig muss man daher über die ein oder andere (teils sogar fehlende) Übersetzung lachen. Und auch Uhrzeiten werden oft noch in „AM“ und „PM“ angegeben.

Der Verschluss des UP2 ist zu Beginn schwierig einzustellen. Man muss einen Haken durch eine Lasche hindurchstecken und auf der anderen Seite in eine Vorrichtung einführen. Diese Vorrichtung der Armbreite entsprechend einzustellen kann, gerade zu Beginn, wie eine Sisyphusarbeit wirken. Irgendwann jedoch hat man den Clou raus, und kann das Armband sogar einhändig umlegen. Doch optimal ist der Verschluss keineswegs, was offensichtlich auch Jawbone gemerkt hat und  kostenlose „Activity Clips“ verteilt, die das Armband am Handgelenk halten sollen. Auch eine neue Version mit verbessertem Verschluss gibt es mittlerweile.

Die LEDs und die berührungsempfindliche Oberfläche des Bandes haben mittlerweile ihren Sinn komplett verloren, da das Band nun (Update sei Dank) von selbst erkennt, ob der Nutzer schlafen geht oder aktiv ist. Das Drücken auf der berührungsempfindlichen Oberfläche ähnelte ebenfalls eher einem Vabanquespiel als einer effektiven Bedienmethode.

Das Eintragen der Ernährung ist nach wie vor zu anstrengend. Ein nettes Gimmick, aber nicht dauerhaft tragbar. Dafür sind die Portionsangaben zu schwammig (wie viel ist eine 0,2 Portion Marmelade?). Das Einscannen der Nährwerte mittels Barcode funktioniert hingegen überraschend zuverlässig.

 

Die Stärken des Bandes

Nach wie vor top ist die UP-App für’s Smartphone. Sie sammelt die Daten und stellt diese übersichtlich in Diagrammen dar. Wer will, kann sich zudem in sogenannten Schrittduellen mit anderen UP-Nutzern messen. Die App war schon seit dem ersten UP-Armband das größte Plus des Systems und daran hat sich auch jetzt nichts geändert.

Die Ausdauer des Bandes ist ebenfalls bemerkenswert und der Ladevorgang mit magnetischen Pins an einem USB-Kabel klappt einwandfrei. Auch die gummierte Oberfläche des Armbandes sticht positiv hervor.

Was wirklich nützlich ist: Das Armband weckt mich morgens mittels Vibrationen am Handgelenkt, wenn ich mich in einer Leichtschlafphase befinde.

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