Das ABC der Fotografie mit Spiegelreflexkameras (Teil 2/2)

Spiegelreflexkameras sind, den Smartphones zum Trotz, immer noch populär. Vor allem jene, die es mit der Fotografie wirklich ernst meinen, greifen noch immer zu den Spiegelreflexkameras. In diesem Zweiteiler widmen wir uns den Grundlagen der DSLR-Fotografie. Erfahre in diesem letzten Teil des Artikels alles rund um Blende, Belichtungszeit und ISO-Wert.

Du hast den ersten Teil dieses Artikels über die Funktionsweise von Spiegelreflexkameras noch nicht gelesen? Dann schau mal hier vorbei.

Blende

Von der Blende hat eigentlich jeder schon einmal etwas gehört. Doch nur wenige wissen, was das genau ist- und das, obwohl es eigentlich recht schnell erklärt ist. Die Blende befindet sich im Objektiv der Kamera und regelt die Lichtzufuhr auf den Bildsensor.

Je größer die Blende geöffnet ist, desto mehr Licht kommt logischerweise auf den Bildsensor. Das Bild wird also insgesamt heller. Dreht man die Blende zu sehr auf, so wird das Bild schnell überbelichtet. Ist die Blende zu weit geschlossen, so droht eine Unterbelichtung. Die Kunst des Fotografierens ist also unter anderem auch das Spielen mit dem Licht- dieses kann auch als Kunstmittel eingesetzt werden, um die Wirkung des Bildes bewusst zu verändern.

Etwas verwirrend: Je größer die Blendenzahl, desto weiter ist die Blende geschlossen. Je kleiner die Blendenzahl jedoch ist, desto weiter ist die Blende geöffnet. Außerdem hat die Blende Einfluss auf die Schärfentiefe des Bildes.

Bei einer geringen Schärfentiefe (kleine Blendenzahl, also weit geöffnet) ist nur ein sehr kleiner Teil des Bildes scharf, der Rest ist verschwommen. Bei einer hohen Schärfentiefe (hohe Blendenzahl, also sehr weit geschlossen) hingegen ist das Bild insgesamt scharf. Auch die Belichtungszeit ist von der Öffnung der Blende abhängig, da sie schließlich Einfluss auf die Helligkeit nimmt.

Du kannst dir als Hilfe diesen Fotografen-Spruch merken: Wenn die Sonne lacht, wähle Blende Acht. Außerdem habe ich noch eine kleine Grafik vorbereitet, welche die Folgen einer geschlossenen bzw. geöffneten Blende verdeutlicht:Blendenöffnung und ihre Folgen

 

Belichtungszeit

Wie eben schon erwähnt, hängt die Belichtungszeit maßgeblich auch von der Blendenöffnung ab. Die Belichtungszeit gibt an, wie lange Licht auf den Bildsensor gelangen soll. Es ist klar, dass ein Bild, welches mit 1 Sekunde belichtet wurde heller ist, als ein Bild das mit nur 1/20 Sekunde belichtet wurde.

Doch: je länger die Belichtungszeit, desto mehr Bewegung wird auch aufgenommen. Wenn du kein Stativ verwendest, solltest du demnach kurze Belichtungszeiten wählen, damit das Bild nicht durch unruhige Handbewegungen verwackelt. Selbiges gilt auch für bewegende Motive. Eine spielende Katze fotografiert man ebenfalls eher mit einer kurzen Belichtungszeit.

Bei der Belichtungszeit gilt ohne Stativ also folgende Faustregel: So lange wie nötig, aber so kurz wie möglich. Wer jedoch ein Stativ besitzt, kann auch längere Belichtungszeiten ausprobieren. Hierbei kann man zum Beispiel mit Langzeitbelichtungen spielen. So kann man sich bewegende Lichter (zum Beispiel von Autos) oder auch Menschenmassen fotografieren. Wer eine Langzeitbelichtung auf Wasser anwendet, wird als Ergebnis eine glatte Wasseroberfläche erhalten.

 

ISO-Wert

Den ISO-Wert kennen einige vielleicht noch von alten Filmen. Sie gaben damals die Lichtempfindlichkeit der Filme an. Da wir heute keine Filme mehr in unseren Spiegelreflexkameras haben, muss es etwas anderes sein. Und tatsächlich ist die Bedeutung gleichgeblieben.

Der ISO-Wert ist auch heute noch der Wert, der die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors angibt. Je kleiner der Wert, desto weniger empfindlich ist selbiger für Licht, je höher der ISO-Wert, desto lichtempfindlicher (und heller) ist das Resultat. Generell sollte man den ISO-Wert möglichst niedrig halten, da ansonsten Bildrauschen auftreten kann.

Beim Fotografieren am Tag reicht ein ISO-Wert von 100 bis 200 locker aus. Abends und bei bedecktem Himmel sollte man auf einen ISO-Wert von in etwa 400 hoch gehen. Bei Dunkelheit empfiehlt es sich auf einen ISO-Wert von etwa 800 zu gehen. Bei höheren Werten tritt bei vielen Kameras jedoch bereits Bildrauschen auf.

 

Kompliziert? Eigentlich nicht.

Jetzt wo du all diese Begriffe gehört hast, wirst du vielleicht daran zweifeln, dass du dir das alles merken kannst. Doch es ist eigentlich ganz einfach. Gehe beim Fotografieren einfach wie folgt vor:

  1. Wähle den ISO-Wert so niedrig wie möglich.
  2. Stelle die Blende entweder auf einen hohen Wert (für ein insgesamt scharfes Bild) oder einen niedrigen Wert (für einen kleineren, scharfen Bereich) ein.
  3. Passe die Belichtungszeit entsprechend an.

Mit diesen drei Schritten kommst du recht einfach zu einem scharfen Bild. Falls es nicht auf Anhieb klappt- und das wird es vermutlich nicht- verzweifle nicht und probiere es weiter aus. So kommst du recht schnell aus dem Automatik-Modus heraus und kannst wahrlich beeindruckende Bilder schießen. In diesem Sinne: Frohes Fotografieren!

Was denkst du darüber?