Wie sinnvoll sind Anti-Viren-Apps wirklich?

Anti-Viren-Apps sind umstritten: Der eine schwört darauf, der andere sieht sie als  Ressourcen fressender Unfug. Was aber stimmt? Sind Anti-Viren-Apps wirklich unnötig?

Android ist unsicher. Für Apple Geräte gibt es keine Viren. Beides Irrglaube: Schon öfter haben es Viren in den App Store geschafft. Die Sicherheitsmechanismen bei Android sind ebenfalls fortgeschritten. Braucht man da noch Anti-Viren-Apps?

 

Viren Schutz: Ein Must-Have?

Auf den heimischen PC gehört ein anständiges Anti-Viren-Programm, klar. Aber auf dem Smartphone? Schon längst gibt es zahlreiche Anti-Viren-Apps für Smartphones, die versprechen, das Gerät sicherer zu machen und zudem unzählige Zusatzfeatures bieten.

photodune-6546753-hand-with-apps-xsDiesen Service lassen sich die Hersteller teils jedoch auch nicht gerade schlecht bezahlen: 30€ pro Jahr sind da nicht das Maximum. Damit sind die Preise nicht mehr weit vom Preisniveau der Sicherheitspakete auf dem Computer entfernt. Lohnt sich das denn?

Nun, da kann man ganz klar sagen: Jein. Für Anfänger und Leute, die gerne Apps aus externen Quellen (also außerhalb der offiziellen App Stores) ausprobieren, kann eine Anti-Viren-App ganz sinnvoll sein. Hier liegt die Betonung auf „kann“.

Denn: Wer ein wenig aufpasst, sein Gehirn anschaltet und nicht überall da drauf klickt wo „Sex“ draufsteht, ist auch ohne Anti-Viren-App auf der sicheren Seite.

Menschen, die nur bekannte Apps aus den App Stores laden, haben sowieso wenig zu befürchten. Apps, die in die offiziellen Stores geladen werden, müssen nämlich zuvor durch eine manuelle oder automatisierte Sicherheitsprüfung, die die jeweilige App auf eventuelle Malware hin überprüft.

 

Schutz mit Bordmitteln

Wie eingangs bereits erwähnt, ist der Glaube, Android sei generell unsicher nicht mehr korrekt. Es wurden zahlreiche Sicherheitsmechanismen in Play Store und Betriebssystem implementiert, die für mehr Sicherheit sorgen sollen.

So gibt es bei Android zum Beispiel eine im Betriebssystem verankerte Überprüfung einer jeden App und eine Anzeige aller Berechtigungen im Play Store. Ferner laufen alle Apps in einer sogenannten Sandbox, also einer abgesicherten Umgebung.

Sind Anti-Viren-Apps also jetzt per se unnötig? Nein- zumindest nicht für alle. Menschen, die mit ihrem Smartphone neue und unbekannte Apps aus externen Quellen ausprobieren oder auf dubiosen Seiten unterwegs sind, sind eventuell mit einer AV-App gut beraten.

Viele der Zusatzfunktionen, welche Anti-Viren-Apps bieten, sind zudem heute kein Kaufgrund mehr. So gibt es in Android bereits seit ca. einem Jahr eine Funktion zum Wiederfinden des verloren gegangenen oder gestohlenen Smartphones.

Ein Argument, dass ebenfalls gegen Anti-Viren-Apps spricht ist der Ressourcenhunger. Wer eine AV-App installiert, nimmt damit in Kauf, dass eine App durchgehend im Hintergrund läuft, neue Apps scannt, das Dateisystem überwacht und Updates herunterlädt. Dies kann (je nach App) vor allem bei älteren Geräten zu deutlichen Geschwindigkeitseinbrüchen führen.

Ich persönlich denke, dass kein AV-Programm unser Gehirn ersetzen kann. Normale Nutzer dürften nicht allzu oft in Kontakt mit Malware am Smartphone kommen. Ferner sind AV-Programme niemals die ultimative Geheimwaffe. Und erst Recht sind sie keine Garantie für ein Virenfreies Gerät. Sie können unterstützend wirken, ja. Leichtsinnigkeit können diese jedoch nicht ausgleichen.

2 Kommentare

  1. Florian K. 18. Februar 2015
    • Henrik Stamm 18. Februar 2015

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