WhatsApp-Frei: Halbzeit

Ich lebe jetzt eine Woche ohne WhatsApp. Einen ersten Zwischenstand kann ich jetzt schon ziehen: Und der verblüfft nicht nur mich.

Ich habe letzte Woche bekannt gegeben, einen Selbstversuch zu starten. Zwei Wochen WhatsApp- das war die Aufgabe. Meine bisherigen Erfahrungen im Selbstversuch liest du hier.

 

Freunde leiden mehr als ich

Zunächst einmal: Mir geht’s gut ohne WhatsApp- kein nerviges Klingeln, kein Zwang zu antworten, mehr entspannte Zeit. Anders ist es aber bei meinen Kontakten: Es dauerte keine 10 Stunden, bis jemand sich meldete und mich fragte, warum ich nicht mehr per WhatsApp erreichbar sei.

Leben ohne WhatsApp ist möglich- wenn auch hart.

Leben ohne WhatsApp ist möglich- wenn auch hart.

Und auch sonst scheinen meine Freunde mehr zu leiden als ich: Viele berichteten davon, mir „aus Versehen“ per WhatsApp geschrieben zu haben.

Das jedoch heißt nicht, dass mich der Versuch total kalt lässt: Auch ich musste erfahren, dass etwas fehlt. Und so ertappte ich mich ein paar Mal dabei, wie ich meinen Finger über das WhatsApp-Icon manövrierte und fast WhatsApp aus Versehen öffnete.

Auch fehlte mir des öfteren die Spontanität, die WhatsApp mir angewohnt hat: Mal eben kurz über WhatsApp einen Treffpunkt vereinbaren oder Absprachen treffen ist nicht.

Die Nachteile von E-Mail und co. werden nämlich schnell ersichtlich: So gibt es zum Beispiel sehr wenige Menschen, die ihre Emails so regelmäßig kontrollieren wie WhatsApp. Auch sind Emails eher ungeeignet für Kurznachrichten. Emails haben etwas förmliches an sich, dass dazu zwingt, ewig lang zu schreiben.

 

Die Welt dreht sich noch

Trotz WhatsApp-Frei habe ich nicht das Gefühl, etwas Wichtiges verpasst zu haben. Die Welt dreht sich noch immer, Wasser fließt auch noch bergab und ich inklusive Bekanntenkreis lebt noch. Das ist doch schon mal was!

Der Versuch zeigt mir jetzt schon, dass nicht alles, was eilig behandelt wird, auch wirklich wichtig ist. Mal abschalten ist nicht schlimm- das Gegenteil ist der Fall. Es entspannt und lehrt etwas wichtiges: Du musst nicht andauernd online sein.

Die wirklich wichtigen Gespräche finden Gott sei Dank immer noch außerhalb von WhatsApp statt.

Der Versuch dauert noch sieben Tage an- ich bin sehr gespannt, was noch so passieren wird 🙂

4 Kommentare

  1. Romy Matthias 8. Februar 2015
    • Henrik Stamm 8. Februar 2015
  2. Florian K. 9. Februar 2015
    • Henrik Stamm 10. Februar 2015

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