Qwant- Die Suchmaschine mit Datenschutz (Interview)

Wenn ich sage: Qwant. Woran denkst du? Wahrscheinlich an nicht viel. Hinter dem Namen steckt eine Suchmaschine die Google und Co. zeigen will, wo es lang geht. Wie sie das tun möchte, liest du hier.

Ja, Google hat ein Monopol in Deutschland. Doch nun tritt eine neue Suchmaschine den Kampf an. Die aus Frankreich stammende Suchmaschine Qwant hat sich dem Datenschutz verschrieben.

Wie genau, erklärte mir der CEO von Qwant, Eric Léandri, in einem Interview.

 

Was sind die Vorteile von Qwant gegenüber anderen Suchmaschinen?

Eric Léandri: Das Erste: Qwant filtert keine Informationen. Du bekommst, wonach du suchst- ganz gleich deines Geschlechts, politischer Haltung oder Suchgewohnheiten. Zusätzlich haben wir uns dazu entschieden, Kommentare aus sozialen Netzwerken in unseren Algorithmus einzubeziehen, sodass du mit nur einem Suchbegriff das Internet, die News und die sozialen Ergebnissen hast. Du kannst keine Informationen verpassen. Der Letzte und vielleicht größte Vorteil ist unsere Verpflichtung zur Respektierung der Privatsphäre.

Der Suchmaschinenmarkt in Deutschland ist derzeit klar durch Google dominiert (95% Marktanteil). Was ist euer Plan, um die Nutzeranzahl zu erhöhen?

Eric Léandri: Als wir uns entschieden haben Qwant in Europa zu starten, war für uns klar, dass Deutschland unser erster Halt sein würde. Warum? Weil den Deutschen wohl am meisten am Datenschutz gelegen ist. Unser Plan ist es, die Privatsphäre zu sichern und unsere Suchergebnisse zu optimieren. Wir werden zudem einige große SEO Events in 2015 besuchen.

Dies ist aber nur der Anfang- wir haben noch viel mehr Features in der Tasche.

Der größte Kritikpunkt an Google ist die mangelnde Privatsphäre. Ist Qwant hier besser?

Eric Léandri: Wie du auf unserer Privatsphäreseite sehen kannst, sind wir anders. Wir verwenden Piwik als Analysetool, welches das einzige CNIL zertifizierte Tool ist. Es garantiert die Anonymisierung der IP-Adressen.

Wir verfolgen unsere Nutzer nicht, genauso wenig erstellen wir Profile anhand der Suchanfragem. Du bist anonym!

Plant Qwant zusätzliche Services wie Google oder Bing um zu expandieren?

Eric Léandri: Klar! Aktuell haben wir Qwant Boards und bookmarks im Angebot. Letzten Monat haben wir Qwant Junior vorgestellt- die erste komplett auf Kinder eingestellte Suchmaschine. Es ist eine unserer Top-Projekte.

Wir arbeiten zudem an einigen zusätzlichen Diensten sowie SEO Funktionen. Wir haben unzählige Ideen und wir sind offen für jeden Vorschlag.

In wie vielen Ländern ist Qwant derzeit verfügbar?

Eric Léandri: Qwant gibt es derzeit in 25 Ländern und 15 Sprachen.

Crawlt Qwant die Informtionen selbst? Und können Websitebesitzer Einfluss auf die Suchergebnisse nehmen, wie zum Beispiel das Melden neuer Seiten?

Eric Léandri: Ja, wir crawlen das Internet selbst (und das dauert seine Zeit). Unser User Agent heißt „Qwantify“. Wir haben eine ganze Reihe an neuen Servern gekauft, die uns erlauben den Prozess zu bescleunigen.

Webseitenbesitzer können ihre URL via Email (contact[ät]qwant.com] übermitteln, sodass wir diese zu unserer Liste hinzufügen können.

Ich danke Qwant vielmals für dieses Interview!

Das originale Interview in Englischer Sprache könnt ihr übrigens auf der zweiten Seite dieses Artikels nachlesen.

2 Kommentare

  1. Torsten 20. Februar 2016
    • Henrik Stamm 20. Februar 2016

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