Akkus müssen immer voll aufgeladen werden- oder?

Smartphone-Akkus müssen immer voll aufgeladen werden, weil alles andere schädlich wäre. Dies ist ein Mythos, der wohl genau so lange kursiert, wie es Akkus gibt. Aber stimmt das wirklich? Ein neuer Auftrag für den Mythenjäger!

Smartphone-Akkus sind immer in der Kritik: Sie haben kaum Ausdauer, gehen allzu schnell kaputt und nerven sowieso. Deswegen sind viele Menschen besonders besorgt, wenn es um die Gesundheit ihres Akkus geht. Muss man das überhaupt?

 

Aufbau eines Akkus

Der Mythos des gefürchteten Memory-Effekts stammt noch aus der Zeit der Nickel-Cadmium- und Nickel-Metall-Hydrid-Akkus. Diese wurden von ca. 1960 bis 1980 auch noch verbaut- und tatsächlich: Bei diesen Akkus trat der Memory-Effekt tatsächlich auf.

Der Memory-Effekt beschreibt das Problem, dass Akkus bei häufiger Teilentladung einen Kapazitätsverlust erleiden. Der Akku „möchte“ nicht mehr die ganze gespeicherte Energie abgeben- es tritt ein Spannungsabfall auf. Erstmals wurde dieser Effekt übrigens von der NASA beobachtet.

Nur: Heute sind die Nickel-Cadmium- und Nickel-Metall-Hydrid-Akkus nahezu komplett vom Markt verschwunden. Das liegt unter anderem an ihrer Empfindlichkeit und Umweltschädlichkeit. Heute werden hauptsächlich Lithium-Ionen-Akkus verbaut.

Ohne jetzt (mir und euch zu liebe) allzu sehr in die tiefen Abgründe der Chemie abzutauchen: Grundsätzlich werden Lithiumionen beim Laden und Entladen zwischen den Elektronen hin- und herbewegt. Der Vorteil von Li-Ionen-Akkus ist, dass diese ein sehr geringe Selbstentladung (im Verhältnis zu anderen Akkutypen) aufweisen. Wer mehr Informationen zu Li-Ionen-Akkus will kann sich gerne die Wikipedia-Seite und diese Seite hier ansehen.

Aber um zum Thema zurückzukommen: Bei Li-Ionen-Akkus gibt es diesen Memory-Effekt nicht mehr. Wobei es auch (wenige) Wissenschaftler gibt, die den Memory-Effekt dennoch beobachtet haben wollen.

 

Memory-Effekt bei Li-Ionen-Akkus?

Die meisten sagen jedoch, dass der Memory-Effekt bei Li-Ionen-Akkus ausgeschlossen sei. Der Grund dafür ist leicht erklärt: Die Spannung in unseren Geräten wird nämlich im Betrieb aufgeteilt: Ein Teil geht in den Akku, der Rest wird zum Betrieb des Geräts verwendet. Der Li-Ionen-Akkus merkt sich also häufiges Ent- und Beladen nicht.

Wenn der Akku voll ist, so „kappt“ das Gerät die Stromzufuhr ganz automatisch. Übrigens ist auch die Gefahr einer Überladung heute obsolet: Smartphone und co. laden nämlich nie zu 100% auf- auch wenn sie dies zur Beruhigung des Nutzers anzeigen.

Was können wir also als Fazit ziehen? Nun: Die übermäßige Pflege eines Akkus ist nicht nötig. Das die Leistungsfähigkeit eines Akkus abnimmt ist normal und unaufhaltbar. Es liegt also an dir, ob du deinen Akku voll oder nur zum Teil auflädst. Auf die Gesundheit deines Akkus hat dies keinerlei Einfluss. Das ist doch beruhigend!

Was denkst du darüber?