Mehr Kerne, Mehr Power?

Schon seit Jahren halten Sie in unseren Computern und Smartphones Einzug: Die Dual-, Quad-, Hexa- und sogar Octacore-Prozessoren. Aber: Sind mehr Prozessorkerne auch gleichbedeutend mit mehr Leistung? Oder ist alles nur Marketing Bla-Bla mit dem Wert eines Wahlversprechens?

So, hier ist sie also: Die Erste Folge „Mythenjagd“. Die Erste Folge widme ich den Prozessoren aktueller Geräte. Prozessoren mit nur einem Rechenkern sind schon lange out: Der neue „heiße Scheiß“ sind Dual-, Quad-, Hexa- und (für die wirklich coolen) Octacore-Prozessoren.

 

Was bringen Multicores?

Mehrkernprozessoren sollen in der Theorie mehr Leistung bringen, da sie die Aufgaben auf mehrere Kerne verteilen. Programme sollen so schneller starten, Video- und Bildbearbeitung beschleunigt und der Energieverbrauch verringert werden. In der Theorie klingt das logisch.

Man kann sich das Ganze mit Menschen verbildlichen: Ein Büro aus acht Angestellten kann eine bestimmte Aufgabe zusammen schneller bewältigen als einer alleine.

 

Sind Multicores schneller?

Da kann man ganz klar sagen: Jein. Denn die Leistung von Multicore-Prozessoren ist abhängig von etlichen verschiedenen Faktoren.

Der Erste ist die Qualität des Prozessors. Ein Prozessor, dessen technische Daten auf dem Datenblatt nicht unbedingt zu glänzen weiß, kann in der Praxis durchaus schneller sein, als vermeintlich schnellere.

Auf dem Computer-Markt dominieren vor allem zwei Marken das Gesamtbild: AMD und Intel. Während AMD-Prozessoren für ihren günstigen Preis bekannt sind, ist Intel vor allem für seine hohen Preise bekannt.

Fakt ist aber: Intel-Prozessoren mit geringerer Taktrate und weniger Kernen sind häufig gleichauf oder gar stärker als AMD-Prozessoren. Das bedeutet, dass das Datenblatt nicht zwingend Auskunft über die Leistung gibt. Die Architektur und Optimierung der CPU ist das A und O.

Zudem bringen Multicore-Prozessoren herzlich wenig, wenn die Programme nicht damit umgehen können. Die sogenannte Parallelisierung beschreibt die Fähigkeit eines Programmes, Arbeiten auf die Prozessorkerne aufzuteilen und einzeln ansprechen zu können.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Konfiguration des Computers: Wenn alle anderen Bauteile langsam sind, bringt auch der schnellste Multicore-Prozessor nichts. Der engste Flaschenhals ist heute die Festplatte und nicht mehr der Prozessor. Nur die wenigsten Computer besitzen eine schnelle SSD.

Aber sind Multicore-Prozessoren jetzt totaler Schwachsinn? Nein. Bei modernen Computern und Smartphones machen Multicores durchaus Sinn und beschleunigen tatsächlich merklich jegliche Arbeit.

Außerdem sind mittlerweile immer mehr Apps, Programme und Spiele auf die Nutzung von Multicores ausgelegt und profitieren direkt von der Aufteilung der Last auf mehrere Rechenkerne.

 

Fazit

Der Mythos, Multicore-Prozessoren seien generell leistungsfähiger als Singlecores, ist so nicht richtig. Beim Kauf eines neuen Prozessors sollte aber nicht nur auf den Preis und die technischen Daten gesehen werden. In der Praxis zeigt sich nämlich wie so oft, dass es auf das Gesamtpaket ankommt.

Wer sich nicht nur von der Anzahl der Prozessorkerne und der Taktrate blenden lässt, sondern sich auch Tests im Internet durchliest, ist hier auf der sicheren Seite.

Wer die Verteilung der Arbeitslast auf die einzelnen Kerne visualisieren möchte, kann dies übrigens mit den Bordmitteln von Windows tun: Öffnet einfach den Taskmanager, und klickt im Tab „Leistung“ auf „Ressourcenmonitor“.

 

Wie fandest du die Erste Folge „Mythenjagd“? Feedback, Vorschläge etc. sind gerne gesehen 🙂

Was denkst du darüber?