Fitnesstracker Jawbone UP24 im Test

Das UP24 ist das Fitnessband aus dem Hause Jawbone. Was das Gerät kann (und was nicht), wo die Stärken und die Schwächen liegen und warum das UP24 kein großer Schritt nach vorne ist, liest du im Test.

Eventuell hast du den Live-Erfahrungsbericht zum UP24 bereits gelesen- wenn nicht, klicke hier. Dieser Test soll die Themenwoche „Fit mit Technik?“ abschließen.

 

Funktionen, soweit das Auge reicht

Das UP24 ist ein Fitnesstracker in Form eines Armbandes. Das Band zeichnet Tagsüber die Schritte auf, und wacht Nachts über den Schlaf. Es warnt bei zu langem Sitzen und weckt den Träger morgens durch Vibrationen.

Soweit, so interessant. Das Armband kann aber noch mehr: Zum Armband gehört eine App, über die Einstellungen vorgenommen und Ziele festgelegt werden können. Die App zeigt jeden Tag mehr oder weniger sinnvolle Tipps, die dem Nutzer helfen sollen, sein Leben auf Dauer zu verbessern.

Und tatsächlich sind die Tipps teils sehr interessant: So erfährt man zum Beispiel, das Rote Beete Gesund für’s Herz ist oder wie lange man die letzte Woche durchschnittlich geschlafen hat.

Die App wertet alle durch das Armband gesammelten Daten aus, analysiert diese und zeigt diese in Diagrammen dar.

 

Macht müde Morgenmuffel munter

Ich würde mich durchaus als Morgenmuffel und Snooze-Tasten-Liebhaber beschreiben. Frühes Aufstehen liegt mir nicht. Doch die Weckfunktion des UP24 hat mich überzeugt: Ich bin gar an einem Montag um 6 Uhr entspannt aufgestanden. Das passiert nicht oft. Beziehungsweise gar nicht.

Das UP24 zeichnet die Schlafphasen des Trägers auf und weckt vorzugsweise in einer Leichtschlafphase. Doch nicht nur das wirkt Wunder: Auch die sanften Vibrationen am Handgelenk sorgen für entspannteres Aufstehen.

Außerdem bemerkt das UP24, wenn man regelmäßig zu spät ins Bett geht. Es vibriert kurz, wenn man ins Bett gehen sollte und schlägt irgendwann auch eine Herausforderung vor. Diese kann zum Beispiel lauten, um 22 Uhr ins Bett zu gehen.

Insgesamt sind die Funktionen super- das UP24 trägt tatsächlich zu einem besseren Lebenstil bei. Man bewegt sich mehr, schläft länger und kann auch seine Essgewohnheiten überwachen.

Apropos Überwachung der Essgewohnheiten: Auf diese Funktion sollte ich auch noch einmal eingehen. Der Grund, warum ich dies noch nicht getan habe ist einfach: Sie überzeugt nicht. Das Eintragen von Nahrungsmitteln ist auf Dauer anstrengend, Nährwerte müssen stets gerundet werden, …

Die Liste an Nörgeleien lässt sich aber nicht nur bei dem Eintragen der Nahrungsmitteln endlos fortsetzen.

 

Evolution statt Revolution

Tja, die Wortwahl im unteren Tipp ist etwas unglücklich.

Tja, die Wortwahl im unteren Tipp ist etwas unglücklich.

Als Besitzer des ersten UP-Bandes kann ich auch einen Vergleich mit dem Vorgänger ziehen. Und dieser fällt nicht gerade positiv aus.

Der Knopf am Ende des Bandes ist immer noch genauso schwer zu drücken, das Band biegt sich ebenfalls noch genauso heftig wie beim Vorgänger. Für ein 129€ teures Gerät ein No-Go.

Die deutschen Übersetzungen sind ebenfalls immer noch dermaßen brutal schlecht, dass man ungewollt lachen muss. So lautet die Überschrift eines Tipps beispielsweise „Lerne das Messer kennen“ (gemeint ist das Erlernen von Schnitttechniken), die Uhrzeit wird in am und pm angegeben und es wird einem geraten „10 Meilen“ statt Kilometer zu laufen.

Auch an dem Eintragen der Nährwerte hat sich nichts getan. Und auch viele Sportarten (in meinem Fall Badminton) vermisst man noch immer. In vielerlei Hinsicht macht das UP24 einen Schritt nach vorne und zwei zurück. Das darf nicht sein.

Doch es ist nicht alles schlecht: Die Genauigkeit der Schritt- und Schlafmessung ist sehr viel besser geworden. Auch die Aufzeichnung von Nickerchen ist verbessert worden. Die App erstrahlt jetzt im Material Design und es sind einige neue Funktionen wie die bereits erwähnten Herausforderungen dazugekommen.

Das Band selbst synchronisiert sich jetzt ganz unkompliziert via Bluetooth. Zuvor ging dies nur durch das Anschließen des Bandes an das Smartphone. Und trotz Bluetooth hält der Akku nun doppelt so lange als noch beim Vorgänger- ganze 14 Tage lang. Es ist genauso angenehm zu tragen und schön, wie das UP zuvor auch.

 

Schöne App mit Problemen

Die App ist und war schön. Seit dem kürzlichen Update ist diese gar noch schöner geworden. Sie ist jetzt heller- so verwendet man die App gerne.

Leider gibt es aber Fehler wohin man nur sieht. Gerade die deutschen Anpassungen sind grottig beziehungsweise nicht vorhanden. Mit Angaben in Meilen kann hier kaum jemand etwas anfangen. Hier muss auf jeden Fall nachgebessert werden. Auch die fehlende Unterstützung von Dezimalzahlen in Nährwerten ist ein schlechter Witz.

Egal, wo man hinsieht: Überall fragt man sich, warum dieses und jenes nicht geht. Man fragt sich, wieso dies und das immer noch genauso schlimm ist wie vor zwei Jahren. Gerade in Anbetracht des hohen Preises von 129€ darf das nicht sein.

Die App ist nicht schlecht- aber eben weit von gut entfernt. Dafür gibt es in der deutschen Version zu viele Fehler und Ungereimtheiten. Im Vergleich mit der App vor zwei Jahren hat sich nicht viel getan.

Die Wertung tut mir fast schon leid: Man merkt, dass Jawbone sich Mühe gegeben hat und den Fitnesstracker mit viel Liebe pflegt. Nur leider an den falschen Stellen.

Die Kategorien der Wertung treffen nahezu durchgehend die Schwachpunkte des Bandes. Wer sich für das Armband interessiert, findet es für 129€ bei Amazon.

Was denkst du darüber?