Gewerbeanmeldung unter 18- nicht ganz einfach

Eine Gewerbeanmeldung ist in Deutschland eigentlich nicht schwer. Die Betonung liegt auf „eigentlich“. Uneigentlich gestaltet sich eine Gewerbeanmeldung nämlich „in Einzelfällen“ zu einem anstrengenden, nervenden und vor allem unnötigen Parkourlauf zwischen Behörde und Gericht.

Wer Geld verdienen möchte, muss (wenn man sich an die Gesetze halten will) ein Gewerbe anmelden. Da ich mit dieser Website und meinen entwickelten Apps zumindest ein wenig Geld verdienen möchte, musste auch ich ein Gewerbe anmelden. Das Problem: Ich bin noch nicht 18.

 

Das Problem, das keines ist

Nun, das Problem mit der Minderjährigkeit habe ich jetzt noch genau ein Jahr lang. Wobei: Eigentlich ist es gar kein Problem. Merkt ihr was? Da war wieder das Wörtchen „Eigentlich“. Aber fangen wir von vorne an.

Mein Erster Weg ging in Richtung Verbraucheramt. Laut Internet lässt sich das Gewerbe nämlich dort anmelden. BeschäftigtWeiter als an den Empfangstresen kam ich nur leider nicht. Dort wurde mir unverständlich mitgeteilt, dass „es keine Gewerbeanmeldung unter 18 gibt.“ Basta.

Meinen Einwand, dass es im Internet überall stünde, würdigte die Empfangsdame nur mit einem Schulterzucken und „Tja“. Etwas deprimiert und verunsichert trottete ich also wieder nach Hause. Um dann zu erfahren, dass die Gewerbeanmeldung für Minderjährige sehr wohl möglich ist. Dafür braucht man lediglich eine Genehmigung vom Familiengericht.

Da war ich erstmal perplex. Die Dame vom Verbraucherschutzamt schien nicht nur unfreundlich, sondern obendrein auch noch überdurchschnittlich inkompetent zu sein. Ein Paradebeispiel dafür, weshalb die Beamtung keine gute Idee ist.

Also habe ich einen formlosen Brief mit Erlaubnis der Eltern und Businessplan an das nächstliegende Familiengericht geschickt. Ich wurde lange Zeit später zu einer „Anhörung“ geladen. Lang deswegen, weil die zuständige Richterin krank war. War aber kein Problem- die Richterin war freundlich, engagiert und hat die Sache anschließend schnell in die Wege geleitet.

Mit dem Gericht gab es keine Probleme; schwierig wird das, was jetzt folgt.

 

Der normale „Amts-Horror“

Ich musste nach der Anhörung nicht mehr lange warten, da kamen auch schon die Rechnung. 54€ leichter erhielt ich dann endlich den Bescheid, mit dem ich mich wieder auf den Weg zum Verbraucheramt machen konnte.

Mit einer explosiven Mischung aus Wut und Verunsicherung im Bauch und einem Beschluss vom Familiengericht in der Hand stand ich also wieder vor dem gleichen Tresen und der Selben Empfangsdame.

Wieder bringe ich mein Anliegen vor und wieder erhalte ich eine Absage. „Eine Gewerbeanmeldung für Minderjährige gibt es nicht“. Als ich den Beschluss anspreche, lässt mich die Dame (offenbar immer noch ungern) im Wartezimmer Platz nehmen.

Im Grunde genommen erwartete mich anschließend im Büroraum die selbe Einstellung, die ich unten bereits erleben musste.

Der Punkt, auf den ich mit diesem Artikel hinaus wollte ist eigentlich dieser: Nur weil ich Minderjährig bin, heißt das noch lange nicht, dass man mich behandeln müsste, als sei ich minderwertig.

Man fühlt sich (vorsichtig ausgedrückt) verarscht. Jemanden, der ein junges Unternehmen gründet und Steuern zahlen möchte so zu schikanieren, ist unverschämt und obendrein unheimlich dumm.

Dieser Artikel sollte nur kurz die Geschehnisse der letzten fünf Monate zusammenfassen. Ich hoffe mir ist das einigermaßen gelungen- und jetzt widmen wir uns wieder den schönen Dingen. Den Dingen, weswegen du überhaupt hier auf den Blog gekommen bist.

Was denkst du darüber?