5 Tage ohne Internet- Qual und Chance zugleich

Letzte Woche war ich abgeschieden, ja verloren. Zuhause war jegliches Internet und Telefon ausgefallen. Fünf Tage können hart sein, sind aber auch eine Chance über einige Dinge nachzudenken.

Rituale, die den Tag bestimmen

Jeder hat so seinen ganz eigenen Tagesablauf. Auch ich. Erst wenn das Internet mal fehlt, merkt man, wie abhängig man doch Zuhause davon ist. Ein kleiner Bericht aus einigen Tagen ohne Internet.

Es fing alles damit an, das ich eines Tages nach dem Aufstehen bemerkte, das ich kein Internet mehr hatte. Ritual Nummer eins ist nämlich, das ich jeden morgen direkt nach dem Aufstehen das Internet an meinem Smartphone einschalte um Mails zu lesen und Apps aktualisieren zu lassen.

Als das nicht ging, habe ich zunächst getan, was jeder tun würde: Den Stecker vom Router ziehen und wieder einstecken. Ohne Erfolg. Also habe ich eine Störungsmeldung an die Telekom geschrieben und einen Termin vereinbart. Leider war wegen des Wochenendes und der Feiertage der nächste Termin am Dienstag, fünf lange Tage ohne Internet würden dazwischen liegen.

Und dann merkte ich erst, wie sehr das Internet Zuhause unseren Alltag bestimmt. Nachdem ich nach Hause gekommen war, versuchte ich zu tun, was ich bis dato immer tat: Nachrichten am PC lesen. Tja, ging nicht. Was für ein Wunder.

Also musste ich eben am Handy Nachrichten lesen. Das machte genau bis dahin Sinn, wo mein Inklusiv-Datenvolumen ausgereizt war und ich nur noch im Schneckentempo surfte. Nicht so schlimm, dachte ich.

Und doch, es war schlimm. Es war sogar richtig schlimm. Denn ich wollte mir die Heute-Show von vergangener Woche ansehen, vielleicht auch noch ein, zwei Dokus. Das tat ich bis dahin immer über YouTube mit dem Chromecast. Auch das war nun hinfällig. Also, wie wäre es mit Musik hören? Spotify geöffnet und… naja, geht ja auch nicht. Zum Glück kaufe ich meine Musik auch immer, weswegen ich dennoch auf meine Bibliothek zugreifen konnte.

Diese Rituale sind es, die unseren Alltag bestimmen und uns irgendwann nicht mehr auffallen. Es sind die alltäglichen, ganz simplen Dinge, die auf einmal wegfallen. Fünf Tage ohne Internet sind hart, keine Frage. Aber es gab mir auch irgendwie die Chance mal darüber nachzudenken, was ich so mache und was davon alles Internet benötigt.

Gerade unsere Informationsbeschaffung ist heute weitestgehend digital. Wir Googlen, schlagen auf Wikipedia nach, lesen online. Das schafft Abhängigkeiten.

4 Kommentare

  1. Alex L 10. Oktober 2015
    • Henrik Stamm 20. Dezember 2015
  2. Hans 10. Oktober 2015

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