Das Volk, das durch das Internet geknechtet wird

Die Welt ist digital. Zumindest Zuhause. Sofern man das heimische W-Lan verlässt und durch die Wohnungstür tritt, begibt man sich auf nahezu „totes Gebiet“. Wie kann es sein, dass mobiles Internet in Deutschland so teuer, so langsam und so rar ist? Ein Kommentar.

Was haben wir nicht alle für tolles Internet Zuhause: 100MBit/s, schnelle Router, tolle neue Geräte. Doch was bringt uns das schnelle Internet Zuhause, wenn wir unterwegs in Steinzeit-Geschwindigkeit zu Mondpreisen surfen?

 

Mobiles Internet ist Luxus

Warum ist das Internet unterwegs so teuer? Eine Frage, die ich mir nicht das Erste Mal gestellt habe. Wir sind mittlerweile von den Providern gar so gut erzogen worden, dass wir eine „Flat“ mit 150 MB für 3,99€ als günstig, ja sogar billig bezeichnen.

Internetprovider scheinen die Preis-Evolution verschlafen zu haben.

Internetprovider scheinen die Preis-Evolution verschlafen zu haben.

Zuhause zahlen wir für eine richtige Flat mit ordentlicher Geschwindigkeit bestenfalls weniger als 20€- sobald wir die Türschwelle jedoch überschreiten nehmen wir derart überteuerte Preise in Kauf.

Die Preise für Telefonate und SMS sind in der letzten Zeit rapide gesunken. Für mobiles Internet hingegen sind die Preise verhältnismäßig konstant.

Wenn es nur die Preise wären, die mich stören: Nur weil man 20€ für Internet unterwegs ausgibt, heißt dies noch lange nicht, dass man dieses auch nutzen kann. Wer Deutschlands Großstädte verlässt, muss mit langsamen Internet rechnen- wenn es überhaupt welches gibt.

Noch schlimmer wird es, wenn man die Dreistigkeit besitzt, und in den Urlaub fährt. Sofern man nämlich Deutschland verlässt, wird es erst so richtig teuer. Sieben Tage lang mit 150 MB herumzukrebsen kostete mich zuletzt stolze 4,99€.

Auch wenn die EU die Preise für Roaming zumindest ansatzweise reguliert, so sind die Richtlinien schlicht noch zu lasch. 23,8 Cent dürfen Provider maximal pro MB berechnen. Eine Gesprächsminute darf maximal 19 Cent kosten.

Selbst für deutsche Provider ist diese Regulierung ein Witz: Nach der EU-Verordnung dürften für 150 MB bis zu 35,70€ verlangt werden. Ein Urlaub kann also auch damit teuer werden.

 

Die Flat, die gar keine ist

Interessant finde ich auch die Beschreibung „Flat“ für die mobilen Tarife.  Ein Datenvolumen von 150 MB mit anschließender brutalster Drosselung würde ich nicht als Flat bezeichnen. Der Begriff „Flatrate“ impliziert für mich unbeschränktes und ungedrosseltes Datenvolumen zu einem festen Preis. Wie Zuhause eben.

Unterwegs scheinen die Provider das Wort Flatrate anscheinend anders zu definieren. Meiner Meinung nach sollte mobiles Internet im Jahr 2015 kein teuer zu bezahlendes Luxusgut mehr sein. Internet sollte flächendeckend in ordentlicher Qualität zu moderaten Preisen verkauft werden.

Es besteht zumindest etwas Hoffnung: Der französische Provider Orange bricht ein ungeschriebenes Gesetz und möchte in Zukunft auch in Deutschland expandieren. Die Hoffnung auf niedrige Preise stirbt zuletzt.

Wie zufrieden bist du mit dem derzeitigen Stand des mobilen Internets?

2 Kommentare

  1. Florian K. 4. März 2015
    • Henrik Stamm 4. März 2015

Was denkst du darüber?