Das Glück der Netzlosen

Mann, was liebe ich die Technik! Doch der Urlaub lehrte mich: Allzu frei, wie ich immer dachte, bin ich gar nicht. Dies ist meine Geschichte über Technik-Sklaven und Urlaub.

Die Suche nach dem WLan

Ich bin ein moderner Mensch; den Urlaub mit Smartphone und Tablet in der Tasche begehen? Selbstverständlich! 14 Tage Schweden, was habe ich mich gefreut auf Natur, Radfahren, Schwimmen… Ich bin Schweden-Fan, ach was, Fanatiker.

Bei der Ankunft habe ich erst Mal mein Smartphone rausgeholt. „Was, kein Netz?!“- das musste ich erst Mal schlucken. 14 Tage ohne Internet, ohne Mails, ohne News… Unmöglich, oder? Nein, eigentlich nicht, schließlich sollte man sich im Urlaub mal eine Auszeit nehmen, abschalten, tun worauf man Lust hat. Und da passt das Internet dann schlichtweg nicht rein. Der Druck, Up-To-Date zu sein, sofort und überall, hetzt und stresst uns. Und Hetzen und Stress hat im Urlaub so wenig zu suchen wie ein Pinguin am Nordpol.

Und weil das so ist, habe ich natürlich mein Handy liegen gelassen und mich auf das wirklich wichtige konzentriert. Achso, ja- stimmt: habe ich nicht. Stattdessen habe ich einen Ort gesucht, an dem ich wenigstens etwas Internet habe. Den habe ich schließlich dann auch gefunden. In meinem Zimmer hatte ich immerhin einen Balken- nicht viel, und instabil noch dazu, aber immerhin.

In der zweiten Woche dann habe ich gar das Gratis-WLan eines 80 Kilometer entfernten IKEAs gesuchtelt. Nicht konsumiert, nicht verwendet, nein: ich habe es gesuchtelt. Mit zwei Geräten gleichzeitig auf dem Schoss habe ich möglichst alles heruntergeladen und aktualisiert.

Die Lehre daraus

Da hatte es mich: Die Sklaverei des Internets. Ich habe mich selbst versklavt, verdonnert dazu, ständig aktuell zu sein, immer bescheid zu wissen. Aber habe ich etwas verpasst? Nö, nichts nennenswertes. Außer das es jetzt jede Woche zwei App-Deals für 10 Cent bei Google Play gibt, nicht wirklich.

Klar, es sind etliche Mails gekommen, einige auch wichtig. Aber die hätten eigentlich auch 14 Tage warten können. Aber was rede ich, ich kann ja doch nicht davon ablassen. Oder? Vielleicht ist es wieder einmal Zeit für einen Selbstversuch.

Übrigens war der Urlaub super und dennoch sehr erholsam. Die Natur Schwedens ist für mich wie Balsam. Jetzt kann es wieder frisch erholt weitergehen.

2 Kommentare

  1. Mia 7. Oktober 2015
    • Henrik Stamm 10. Oktober 2015

Was denkst du darüber?