Würdest du für Webinhalte zahlen?

Nicht nur den Verlagen geht es schlecht: würdest du für Webinhalte zahlen? Dieser Artikel ist Teil einer Blogparade, welche sich mit einem äußerst interessanten Thema auseinandersetzt.

In der Blogparade von toushenne.de fragt Robert Weller, ob ich bereit wäre, für Webinhalte zu bezahlen. Die Frage ist, denke ich, etwas falsch gestellt. Wieso, erfährst du hier.

 

Das Problem

Ich habe meinen Standpunkt zur Kostenloskultur bereits in einem Artikel vor einiger Zeit klar gemacht. Daraus sollte meine Auffassung zum Thema deutlich gemacht werden- trotzdem schreibe ich gerne einige kurze Zeilen zum Thema.

Generell bin ich bereit für gute, qualitativ hochwertige digitale Waren zu bezahlen. Dabei muss mir jedoch auch Mehrwert geboten werden, welcher sich sonst nicht findet. Das fängt bei der Themenwahl an, geht über den Schreibstil sowie die Argumente beziehungsweise die Recherche und mündet dann letztlich in einem rundum gelungenen Werk. Anhand eines Artikels kann ich meine Auffassung vermutlich am besten Erklären. Bei einem bezahlten Artikel erwarte ich eine gute Recherche, liebe zum Detail und (je nach Format) einen meinungsstarken- beziehungsweise schwachen Autor. Ich will mir für mein Geld meine eigene Meinung aneignen und nicht die eines anderen übernehmen.

Bei kostenlosen Artikeln liegt die Toleranzgrenze natürlich sehr viel niedriger. Dennoch: gerade kostenlose Angebote, welche mit Liebe und als Hobby geführt werden, faszinieren mich häufig erst so richtig.

Kostenpflichtige Angebote müssen jedoch noch weit mehr als „nur“ etwas mehr Mehrwert bieten. Sie müssen bequem zu bezahlen sein; der Mensch ist schließlich faul. Es müssen möglichst viele Zahlungsmittel akzeptiert werden, damit ich tatsächlich regelmäßig kaufe.

 

Falsche Fragestellung

Doch: was bringt es den Autoren, Journalisten und Bloggern dieser Welt, wenn sie lediglich gegenseitig ihre Artikel kaufen? Sie verstehen und wissen allesamt, welche Arbeit hinter guter Recherche und Wortwahl steckt, wenn man den Leser nicht direkt mit einer Flut Informationen zu Tode langweilen möchte. Alle Leser müssen einen kleinen Beitrag leisten, damit wir uns endlich von der Kostenloskultur weg, hin zu einer Welt mit qualitativ hochwertigen und geschätzten Arbeiten bewegen.

Uninteressant ist es, ob ich zahlen würde. Viel wichtiger ist: wie viele würden am Ende tatsächlich bezahlen? Wie viele würden dies zudem regelmäßig tun? Die Zahl, welche am Ende des Monats auf dem Konto steht ist wichtig: auch digitale Waren müssen sich wieder lohnen. Am Ende geht es doch ums Überleben, oder nicht?

Ein Schalter im Gehirn der Menschen muss umgelegt werden, damit die Qualität von Webinhalten dauerhaft gesichert ist. Alles andere ist nur eine Übergangslösung- von einem guten Willen und guten Inhalten alleine ernährt es sich schlecht.

 

Schon Gezahlt?

Ich zahle ab und an für gute Webinhalte- warum nur ab und an? Ganz einfach: tatsächlich gute „Ware“ lässt sich schwer erkennen. Der Markt wird hauptsächlich von klickgeilem Klatschjournalismus, welchen man überall findet, dominiert. Dies lässt sich schwer leugnen.

An sich ist diese Tatsache gar nicht mal so schlimm. Jedoch zeigen derartige Presseerzeugnisse einfach nicht die Qualität, welche ich für Geld erwarte.

 

Wie sieht es bei euch aus? Seit ihr bereit für Webinhalte zu zahlen? Habt ihr schon einmal bezahlt? Ich bin gespannt! Ich danke Robert Weller für sein wirklich schönes Thema.

Was denkst du darüber?