Was die Whatsapp-Übernahme für uns bedeutet

Ende Februar wurde bekannt, das Facebook die Absicht besitzt den Konkurrenten Whatsapp aufzukaufen. Nun hat die FTC den Kauf genehmigt. Ein Grund mehr zu erklären, was sich für uns- die Nutzer- nun ändern wird.

Bis heute wissen die Nutzer nicht, was sich an Whatsapp ändern wird. Die Übernahme durch Facebook ist zwar bereits einige Monate her, doch noch immer sind keine klaren- oder sagen wir mal ehrlichen- Signale zu uns gelangt. Jan Koum, seines Zeichens Gründer von Whatsapp, sagte zwar, es würde sich für die Nutzer nichts ändern, doch dies ist schlicht gelogen. Es hat sich bereits etwas geändert. Und eine einfache Rechnung zeigt, dass Facebook noch sehr viel mehr mit Whatsapp vorhat.

 

Warum sich etwas ändern muss

Seit der Übernahme durch Facebook hat sich was getan- und zwar deutlich mehr als in den Jahren zuvor. Die App für Android endlich mit Updates versorgt- sie brachten eine Limitierung der Sichtbarkeit des eigenen Status, ein Widget und vieles mehr.

Leider gingen diese Änderungen einher mit zahlreichen Server downtimes. Dies fällt auf, da es vor der Übernahme keine oder nur sehr wenige Tage gab, an denen Whatsapp nicht funktionierte. Des weiteren ist Whatsapp in Kooperation mit E-plus in Deutschland zu einem Mobilfunkanbieter geworden.

Trotz all dieser für uns sichtbaren Änderungen bleibt Jan Koum dabei: für uns ändert sich nichts. Gar nichts. Ganz bestimmt.

Diese Änderungen waren doch aber erst der Anfang. Nicht nur die Datenschutzerklärung wird sich dem Facebook Ähnlichem Wirrwarr anpassen, auch serverseitig tut sich vermutlich was. Es muss sich etwas an dem Konzept „Whatsapp“ ändern, denn es bringt nicht genug Geld um den Kauf zu rechtfertigen.

Für 19 Milliarden Dollar kaufte Facebook das 50 köpfige Unternehmen aus Kalifornien. Wenn man diesen extrem hohen Kaufpreis durch die Anzahl der Nutzer von Whatsapp teilt (450 Millionen Nutzer), so erhält man 43$. Umgerechnet sind dies 31€, die Facebook nun also für jeden einzelnen Nutzer- egal wie aktiv er ist- blechen muss. Aktuell zahlt man erst ab dem zweiten Nutzungsjahr von Whatsapp etwas, nämlich 0,89€.

Es dauert nun also ca. 35 Jahre bis Facebook den Kaufpreis wieder komplett eingenommen hat. Ziemlich langwierig, nicht wahr? Zudem müssen wir bedenken: nach 35 Jahren hat Facebook lediglich den Kaufpreis wieder erhalten, jedoch keinerlei Gewinn gemacht. Ich denke, Facebook wird sich etwas einfallen lassen müssen um diesen Prozess zu beschleunigen. Dabei bleiben Facebook folgende Möglichkeiten:

  • Erhöhung der Preise
  • Werbung
  • Verkauf von Nutzerdaten

Die erste Möglichkeit stellt die wohl unwahrscheinlichste dar, denn das System Facebook basiert auf der Kostenloskultur des Internets. Eine Erhöhung des Preises würde hier vermutlich dem Ende Whatsapps gleich kommen- wir rufen uns den Aufschrei der Netzgemeinde ins Gedächtnis, als Whatsapp ankündigte den ehemals kostenlosen Dienst in einen kostenpflichtigen zu verwandeln.

Ich schätze eine Kombination aus der zweiten und dritten Möglichkeit hingegen als die wahrscheinlichste ein, denn Facebook selbst finanziert sich durch den Verkauf von Nutzerdaten und der damit einhergehenden personalisierten Werbung. Facebook würde seiner eigenen Linie somit treu bleiben und bestehende Verbindungen vertiefen bzw. Daten noch stärker miteinander verknüpfen können.

 

Die Alternativen

Als Alternativen wären vor allem Threema und Telegram zu nennen. Beide bieten eine Verschlüsselung, wobei Telegram von Experten als nicht ganz sicher eingestuft wird. Hier ein direkter Vergleich:

WhatsappTelegramThreema
PreisErstes Jahr kostenlos; danach 0,89€ pro JahrDauerhaft kostenlos1,60€ einmalig
SicherheitKeine SicherheitGeringe SicherheitHohe Sicherheit
Verbreitung> 450 Mio.>800.000>200.000
BesonderheitenViele Funktionen (Sprachnachrichten, Standorte…)Kostenloser Messenger mit VerschlüsselungImmer sicher; Server in Österreich

Fraglich ist dennoch, ob sich der Wechsel lohnt. Denn: noch muss man sagen ist nichts groß Negatives passiert. Wen die mangelnde Sicherheit stört, hätte sich gar nicht erst bei Whatsapp anmelden sollen, denn das Problem besteht nicht erst seit gestern. Entscheiden muss hier also jeder selber.

Mit diesem Artikel wollte ich schlicht beweisen, dass die Aussage Jan Koums der Walter Ulbrichts aus dem Jahre 1961(„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen“) gleich kommt. Es wird sich etwas ändern. Die Frage ist nicht ob, sondern wie und wann. Werdet ihr wechseln? Wenn ja, warum?

2 Kommentare

  1. Maximilian 5. Mai 2014
    • Henrik Stamm 5. Mai 2014

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