(Un) Sinn des ESC

Der ESC ist nun gut eine Woche alt. Ich habe mir einige Gedanken zum Sinn des ESC gemacht. Dabei bin ich auf folgendes Ergebnis gekommen: Der ESC ist durchgeweicht und verliert seinen ursprünglichen Sinn von Jahr zu Jahr mehr.

Conchita Wurst hat den ESC 2014 in Kopenhagen gewonnen. Auch wenn ich das Lied nicht sonderlich mag, gratuliere ich herzlich. Dennoch hätte Wurst meiner Meinung nach nicht gewinnen dürfen. Warum ich so denke und wieso ich den ESC dieses Jahr noch kritischer betrachtet habe als alle Jahre zuvor, erfährst du hier.

 

12 points go to… Ja, wohin eigentlich?

Die Punktevergabe beim ESC wirkte schon seit Jahren sehr vorprogrammiert auf mich. Sowohl die Skandinavier als auch die Länder im Osten sowie Nachbarländer drücken sich mehr oder weniger die Klinke in die Hand. An sich nicht schlimm, doch sollte der ESC nicht frei von Politik sein?

Deutlich wurde der politische Aspekt jedoch nicht nur bei der Punktevergabe: Auch wurde ein Land ausgebuht. So etwas mag seine Berechtigung an „normalen“ Tagen haben, jedoch nicht beim ESC. Hier kommt es darauf an, Länder zu verbinden und gute Musik zu finden und zu fördern. Wir erinnern uns an das ESC-Motto „Join Us“, welches nun auch Länder einbindet, welche nicht zur EU gehören.

Wer sich die Regeln des Eurovision Song Contests durchließt wird auf folgenden Absatz stoßen:

Texte, Ansprachen und Gesten politischer Natur sind während des Contests untersagt. Dies gilt ebenso für Texte oder eine Bühnenshow, die den Wettbewerb allgemein in Misskredit bringen könnten oder Werbung für Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen machen.

Außerdem beachtenswert: alle fünf Punkte für Österreich kamen aus dem Russischen Volk. Seitens der russischen Jury kam nicht ein einziger Punkt für Conchita Wurst.

Die Gewinnerin

Fraglich ist meiner Meinung nach auch der Gewinn von Conchita Wurst. Hat sie gewonnen, weil das Lied so toll ist? Oder hat sie gewonnen, um Signale zu setzen? Ich schätze letztere Möglichkeit als die wahrscheinlichste ein. Grundsätzlich ist dieses Verhalten begrüßenswert- hat jedoch beim ESC nichts zu suchen.

Sicherlich lässt sich über Musikgeschmack herrlich streiten- dennoch fallen mir mindestens fünf weitere Künstler ein, welche mir auf Anhieb gefallen haben. Dies hat Conchita Wurst mit „Rise Like A Phoenix“ leider bei mir nicht geschafft.

 

Fazit

Dieses Jahr war der politische Einfluss so deutlich wie nie: sowohl Punktevergabe, teilnehmende Künstler sowie Publikum waren stark politisch geprägt. So etwas möchte ich nicht noch einmal beim Eurovision Song Contest sehen. Ich wünsche mir beim ESC vor allem eines: gute Unterhaltung und ein „Wir-Gefühl“. Länder, die miteinander singen, bekriegen sich nicht- so der Grundgedanke des ESC. Wieder einmal heißt es also: zurück zu unseren alten Werten.

Wie sieht’s bei dir aus? Findest du den ESC noch gerecht?

2 Kommentare

  1. Karl Heinrich 17. Mai 2014
    • Henrik Stamm 17. Mai 2014

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