Tricksereien bei In-App-Käufen

An anderer Leute Geld zu kommen war schon immer schwer: durch diese Maschen verdienen sich Entwickler dumm und dämlich. Erfahre in diesem Report, wie Entwickler In-App-Käufe für ihre Kunden schmackhaft machen und warum dies so gut funktioniert.

Diese Spiele. Sie rauben mir jegliche Geduld und Verständnis. Ich soll 24 Stunden für das Fertigstellen eines Bauwerkes warten? Muss ich nicht- das Zauberwort heißt In-App-Kauf. Zwei Klicks schenken mir Zeit und erleichtern mein Konto um bis zu 90€. Wunderbar.

72% des Gewinns für Entwickler stammt aus einer zumindest zweifelhaften Quelle: In-App-Käufe. Diese Zahl beeindruckt, keine Frage. Doch fragen wir uns einfach mal, wie dies zustande kommen kann.

 

Künstliche Verknappung

Smartphone-Hersteller tun es; Entwickler auch: künstliche Verknappung. bestes Beispiel hier ist Die Simpsons: Springfield (Zum Test). Der Spieler sammelt im Verlauf des Spiels ausreichend Dollar- doch: die Zweitwährung (Donuts) ist unglaublich rar. Natürlich stellt dies kein Problem dar. Man kann sich die Donuts ja auch kaufen. Gegen echtes Geld, versteht sich.

Wie unten zu sehen, können übrigens gut und gerne mal 90€ in Die Simpsons: Springfield ausgegeben werden. Und was erhält der Spieler im Endeffekt? Richtig, nichts. Der Reiz jedoch ist da, Geld auszugeben.

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Premium-Boni & Items

Die zweite relativ miese Masche ist die Abgabe von Premium Items und Boni, welche nicht über „ehrliches“ Spielen erreicht werden können. Auch hier wieder vertreten: Die Simpsons: Springfield. Viele Items gibt es nur für Donuts- viele Donuts. Teils kostet ein einzelnes Gebäude 20€. Ich würde mal sagen, das könnte man als dezent überteuert bezeichnen.

Auch bei Random Heroes 2 (Zum Test) sind solche Premium-Boni vorhanden. Es gibt einen Erfolg, welchen man nur durch Kauf von Geld erhält. Wer alle Erfolge freischalten will muss investieren. Auch, wenn er es gar nicht wirklich braucht.

Hier liegt der Anreiz, welcher dem Nutzer gegeben wird, an der Komplettierung einer Sammlung- in diesem Fall in Erfolgen beziehungsweise Gebäuden. Ehrgeizige Spieler, die gerne alle Erfolge mitnehmen möchten, schrecken bei Random Heroes vor den 0,89€ auch nicht zurück- sind ja „nur“ Centbeträge.

 

Glücksspiel

Glücksspiel. Böses Kapitel. Auch hier macht eine App- du ahnst es schon- auf sich aufmerksam. Richtig. In Die Simpsons: Springfield gibt es sogar in zweierlei Hinsicht Glücksspiel. Zum einen kann der Spieler alle paar Stunden mit einem Einsatz von 250 Dollar (Virtuelles Geld) bis zu 10000 Dollar gewinnen. Hier liegt jedoch noch nicht das Problem.

Viel schlimmer sind die Rubbellose, welche man für 0,89€ kaufen kann, um damit eventuell 100 Donuts gewinnen zu können. Du kannst dir ja denken, wie hoch die Wahrscheinlichkeit dort ist, etwas über 30 Donuts zu gewinnen. Eben.

Der Anreiz für den Nutzer ist klar der mögliche Gewinn. 100 Donuts entsprechen circa 7€ Gegenwert. Diese Art Glücksspiel ist in Aufbauspielen sehr oft anzutreffen; so zum Beispiel auch in Kingdoms of Camelot.

 

Vorteile gegenüber Mitspielern

Sehr beliebt in Multiplayer Spielen sind auch Vorteile gegenüber anderen Spielern. Gegen Geld können Schutz, bessere Waffen und weitere Dinge käuflich erworben werden.

Das Lockmittel ist hier der Ansporn der Spieler besser, schneller und schöner sein zu wollen als andere. Die Einzige Hürde, die sich dem in den Weg stellt, ist mit zwei Klicks erledigt.

 

Fazit

Dem Einfallsreichtum der Entwickler ist keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, an das Geld der Spieler zu gelangen. Zukünftig erhalten Spiele, welche auf derartige In-App-Käufe setzen, höhere Abzüge in der Kategorie Fairness in meinen Tests.

In-App-Käufe können zwar sinnvoll sein, doch zumeist dienen sie nur der Gewinnoptimierung bei den Entwicklern. Grundsätzlich ist dies ja nichts schlechtes, doch wenn das Spiel darunter leidet, so haben die In-App-Käufe einen stark negativen Effekt auf die Spiele. Und das muss nicht sein.

Was denkst du darüber?