Tauschbörsen – doch legal?

Es gibt sie immer noch: diverse Tauschbörsen á la Kino.to bieten Filme, Musik und weiteres für lau an. Es herrscht immer wieder Verwirrung bei der Frage, ob das ansehen von dem Content legal oder eben illegal ist.

Der Grund für diesen Artikel ist kein persönliches Interesse. Viel mehr führe ich derzeit eine Auseinandersetzung mir einem Freund, welcher noch immer meint, Tauschbörsen seien legal. Ich bin hier (mal wieder) absolut anderer Meinung.

 

Legales Angebot?

Fragen wir uns doch zunächst mal, ob es für den Anbieter legal sein kann, Content zu „klauen“ und ohne Erlaubnis der Urheber zu veröffentlichen. Jeder gesunde Menschenverstand sollte hier eigentlich Alarm schlagen. Bei einigen scheint der Menschenverstand nur leider auf Dauer eingefroren zu sein.

Auch das Gesetz gibt mir hier recht: §106 im UrhG (Urheberrechtsgesetz) sagt klar und deutlich:

(1) Wer in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen ohne Einwilligung des Berechtigten ein Werk oder eine Bearbeitung oder Umgestaltung eines Werkes vervielfältigt, verbreitet oder öffentlich wiedergibt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

Übrigens ist auch das verlinken auf offensichtlich illegalen Content illegal.

 

Ist das Ansehen illegal?

Die für viele weitaus interessantere Frage ist wohl, ob das Ansehen ebenfalls illegal ist. Hier kann ich ganz klar sagen: Jein. Hier klafft leider eine gesetzliche Grauzone, welche größer als der europäische Kontinent ist.

Es ist generell nicht illegal, sich einen Film auf Kino.to anzusehen. Doch: es ist illegal, eine Kopie davon zu erstellen. Man könnte meinen, das Problem sei gelöst und alle (bis auf die Urheber) glücklich. Doch so ist es nicht.

Jeder Computer cached das ankommende Videomaterial zunächst- und das ist bereits eine illegale Kopie.

 

Welche Folgen hat das Streamen nun für mich?

Hier ist eine klare Aussage mal wieder nur sehr vage. Das Streamen bei Kino.to hat vermutlich keine Folgen, da man über den Anbieter nicht an die IP-Adressen der Nutzer kommen kann. Der Kino.to Betreiber hat seine Server irgendwo im Niemandsland, wo Recht niemanden interessiert.

Und selbst wenn man den Betreiber ausfindig machen könnte, so wäre die Wahrscheinlichkeit, dass dieser die IP-Adressen der Nutzer an diverse Strafverfolgungsbehörden aushändigt unheimlich gering. Dennoch: das Streamen ist und bleibt illegal und ist kein Kavaliersdelikt. Der Schadensersatz, welche der Nutzer zahlen müsste wäre- angenommen er wird erwischt- ekelhaft gering.

Anders sieht es bei Tauschbörsen aus. Hier können Schadensersatzforderungen in Höhen von einigen Hundert bis tausenden Euro erwartet werden- denn die Tauschbörsen lassen sich nach IP-Adressen durchsuchen.

 

Meine Meinung

Ich persönlich, treue Leser wissen es, halte überhaupt nichts von Tauschbörsen etc. Dies habe ich ja auch bereits einmal in einem Kommentar durchgekaut.

Meine Empfehlung an alle: lasst die Finger von derart zwielichtigen Angeboten. Die Gesetzeslage kann sich jederzeit ändern- und dann wird es unter Umständen sehr, sehr teuer.

Kommentare wie „Würdest du alle Filme legal kaufen, die du sehen willst, dann wirst du sehr schnell arm!“ verstehe ich absolut nicht. Es ist äußerst unrealistisch, dass ich mir hunderte, gar tausende Filme kaufe. Außerdem: was ist denn das bitte für eine Entschuldigung?! Wenn ich nicht für Content zahlen will, dann muss ich eben ohne leben. Geht auch.

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  1. Pingback: Mobilethings.de im Blogreview 11. Juli 2014

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