Bis zur Perfektion?

Sie begleiten uns durch den Alltag, füllen so gut wie jede Wissenslücke und vertreiben uns Wartezeit: Smartphones. Doch was kann man an den Alleskönnern überhaupt noch verbessern?

Gerade ist das Samsung Galaxy S5 in Deutschland erschienen. Anlass genug, sich mit den Lebenszyklen solcher Smartphones auseinander zu setzen. Daran, jedes Jahr ein neues Handy zu kaufen, war früher (also bis vor gut 10 Jahren) nicht zu denken. Zu wenig hatte sich dort getan, als das sich ein solcher Umstieg gelohnt hätte- waren die Handys noch so billig.

Es gibt sie erst seit gerade einmal 7 Jahren und trotzdem konnten sie unser Leben so sehr verändern. Smartphones wie das Iphone oder das Samsung Galaxy S erfahren jedes Jahr eine „Rundumkur“. Doch ist dieser immens kurze Lebenszyklus wirklich notwendig? Tut sich tatsächlich so viel an den Geräten, das ein Umstieg jedes Jahr noch lohnt?

 

Ein direkter Vergleich

Um die Frage beantworten zu können, sollte man die Daten des letzten Samsung Flaggschiffes direkt mit dem aktuellen vergleichen. Es zeigen sich geringfügig stärkere Hardware, jedoch eine deutliche Verbesserung der Software- allem voran der Kamera.

Samsung Galaxy S4Samsung Galaxy S5
Gewicht & Größe130 g137 x 70 x 7,9 mm145 g142 x 72.5 x 8.1 mm
Akku2600 mAh350 Std. Standby Zeit (3G)2800 mAh390 Std. Standby Zeit (3G)
Kamera16 MP13 MP
Display5 Zoll (1920 x 1080)441 ppi5,1 Zoll (1920 x 1080)432 ppi
Prozessor & GrafikeinheitSnapdragon 600 @4×1900 MhzAdreno 320 GPUSnapdragon 801 @4×2500 MhzAdreno 450 GPU
Ram & Speicher1 GB Ram16, 32, 64 GB + SD2 GB Ram32 GB + SD
FeaturesWasser- und Staubdicht, Fingerabdruckscanner, Pulsmesser
PreisAb ca. 300€Ab ca. 650€

Dieses Schema führt sich durch die gesamte Smartphone-Palette fort: während die Software richtige Sprünge macht, so bleibt die Hardware nahezu unverändert. Um Geräte noch unterscheiden zu können, wird das Design nochmals überarbeitet- alles kleinere Verbesserungen, die es meiner Meinung nach nicht Wert sind das Smartphone zu ersetzen.

 

Die Spitze des Eisberges

Was lässt sich an Smartphones überhaupt noch verbessern? Sind wir an dem Höhepunkt angekommen, an dem alles nur noch bergab geht? Nein, ich denke nicht das wir bereits dort angekommen sind. Es gibt noch einige Kleinigkeiten, an denen die Hersteller noch schrauben können. Sei es das Design, der Akku oder die noch immer etwas klirrenden Lautsprecher- all das ist noch weit von der Perfektion entfernt. Ein Smartphone muss mittlerweile jedoch nicht mehr jedes Jahr ersetzt werden- zu gering sind die Sprünge.

Die große Masse scheint dies jedoch anders zu sehen: Vodafone stellte vor wenigen Wochen einen neuen Tarif vor, welcher verspricht, das Handy alle zwölf Monate auszutauschen. Passenderweise nennt sich dieser durch Aufpreise subventionierte Tarif „NextPhone“.

Es fällt auf, dass den Herstellern so langsam aber sicher die wirklich guten Verkaufargumente ausgehen. So wirbt man mittlerweile nicht mehr mit „Qualcom Snapdragon xy“ sondern mit Slogans wie „Inspired by nature“ oder „Designed for humans“- nicht etwa, weil es niemanden interessiert, nein. Der Grund ist eher, dass man sich mit technischen Daten nicht mehr von der Konkurrenz distanzieren kann. Was Hersteller A vorstellt, hat man zumeist bereits bei Hersteller B gesehen.

Die Geräte unterscheiden sich somit eigentlich nur noch am Design und der Benutzeroberfläche. Und genau dort versuchen Hersteller die Kunden zu binden: seien es Gratis-Dreingaben die es nur im eigenen App-Store gibt oder Features die nur die eigenen Geräte bieten. Letztlich ist die Kaufentscheidung also eine Glaubensfrage.

 

Was Kunden wollen

Für Hersteller scheint es schwierig zu sein, den Kunden ein Smartphone zu bieten, dass sie glücklich macht. Während der eine auf Plastik (Verzeihung: Polycarbonat) schwört, so liebt der andere das Gefühl kalten Metalls. Dies ist nur ein Beispiel, welches beliebig fortgeführt werden kann. Auch bei der optimalen Displaygröße herrscht ein Meinungsunterschied, welcher ungefähr die Ausmaße des Atlantischen Ozeans annehmen kann.

In Anbetracht dieser Tatsachen kann ein Smartphone also niemals ein perfektes Produkt sein; zu verschieden sind die Ansprüche an eben solche. Man kann lediglich versuchen, es einer möglichst großen Masse der Kundschaft recht zu machen. Und derzeit scheint der Trend zu größeren Geräten aus Metall zu gehen. Wir dürfen also gespannt sein, wie sich die Situation in Zukunft entwickeln wird- denn Ansprüche wechseln schnell. Schneller als es uns und den Smartphoneherstellern lieb sein dürfte.

 

Kaufst du dir noch immer jedes Jahr ein neues Smartphone? Und wenn ja, wieso? Ab damit in die Kommentare!

 

Was denkst du darüber?