Ist das Internet noch sicher?

In Zeiten des NSA-Skandals, der Heartbleed-Lücke sowie dem Diebstahl von 19 Millionen Emailadressen fragen sich die Menschen: ist das Internet noch sicher? Die Frage sollte eher lauten: War das Internet jemals sicher?

Es ist schon eine verrückte Zeit. Momentan hört man nur noch von Sicherheitslecks im Internet. Die NSA spioniert uns aus, die Hertbleed-Lücke macht sogar verschlüsselte Webseiten zu einem Problem und 19 Millionen E-Mail-Adressen liegen einfach so im Internet für jedermann ersichtlich herum.

Doch ist das ein Problem das erst seit heute besteht? Wohl kaum. Die NSA treibt ihr Unwesen bereits seit 62 Jahren, die Heartbleed-Lücke existiert bereits seit zwei Jahren und Millionen Datensätze kursieren ebenfalls nicht erst seit gestern im Netz.

 

Sicherheit im Netz- ein Fremdwort?

Die Frage nach dem Bestehen der Sicherheit im Internet lässt sich nicht wirklich leicht beantworten. Auch ich sehe mich nicht in der Lage, darüber vollends Auskunft zu geben, doch möchte ich sehr wohl abwägen.

Die NSA spioniert nicht erst seit gestern, das ist ein Fakt. Sich nun in die Öffentlichkeit zu stellen und zu sagen:“Hey, das Internet ist jetzt nicht mehr sicher!“ ist somit garantiert falsch. Wenn man die NSA als Sicherheitsrisiko einschätzt, so war das Internet noch nie sicher. Die NSA wurde bereits 1952 gegründet, das Internet an sich gibt es erst seit 1969. Wir wurden also schon weit vor dem Internet von der NSA durchleuchtet. Nur weil wir es bis dato nicht wussten, ist das Internet vorher keineswegs ein sicherer Ort gewesen.

Wer noch nicht weiß, ob seine E-Mail-Adresse im Internet kursiert, sollte den Sicherheitstest des BSI durchführen. Das Internet ist, was das angeht, jedoch kein unbeschriebenes Blatt. Hackerangriffe gibt es seit dem Beginn des Internets. Das macht es zwar nicht besser, doch es ist zumindest nicht neu.

 

Der beste Schutz

Sich vor den Geheimdiensten zu schützen ist- wer hätte das gedacht- nicht gerade einfach. Dennoch: für die Sicherheit seines eigenen digitalen Ichs kann jeder etwas tun. Das fängt bei der Wahl eines sicheren Passworts an, geht über die zwei-Schritte-Anmeldung bis hin zum Benutzen des eigenen Menschenverstandes.

Das Passwörter nicht hundertmal auf verschiedensten Webseiten recycelt werden sollten, müsste eigentlich jeder wissen. Der Grund, weswegen dies immer noch gängige Praxis ist, liegt auf der Hand. Wir sind faul. Sehr faul sogar. Wer möchte sich schon Hunderte Variationen des eigenen Passworts merken?

 

Das bringt die Zukunft

Alle Geräte werden Smart. Sogar unser Kühlschrank kann mit dem Internet verbunden werden. Wir verlagern unsere Daten auf die „Wolke“, speichern sie also im Internet. Unser gesamtes Leben hat sich revolutioniert und immer weiter ins Internet verlegt. In Anbetracht dieser Tatsachen wirkt die Eingabe eines Benutzernamens und Passwortes doch irgendwie vollkommen deplatziert, oder? Wir müssen uns neue Wege zur Verifizierung einfallen lassen. Es muss sicher und einfach sein.
Zum Glück arbeiten diverse Firmen bereits an der Zukunft des Logins. Sowohl das Iphone als auch das Samsung Galaxy S5 lassen sich mithilfe eines ständig verfügbaren Objekts entsperren: dem eigenem Finger. Schon vor einigen Jahren war es möglich, sich an PCs von Lenovo per Fingerabdruck oder der Iris anzumelden.

Es gibt sie also bereits, die Passwort freien Zonen. Bis solche Möglichkeiten jedoch Salonfähig werden müssen wir uns noch mit unseren immer länger werdenden Passwörter herumquälen.

 

 Ein gutes Passwort ist nicht alles

Doch auch das beste 3000 Zeichen lange Passwort bringt nichts, wenn die eigenen Daten im Internet landen. So geschehen gerade mit den E-Mail-Adressen. Auch die Anbieter diverser Dienste müssen mitziehen. Datendiebstähle wird man niemals komplett verhindern können, doch das Risiko muss zumindest minimiert werden- nur so kann das Internet zu einem sicheren Ort werden.

Was denkst du darüber?