Email-Anbieter im Vergleich (Teil 2/2)

Während im letzten Teil die Suche nach dem „Besten“ Anbieter keinen wirklichen Erfolg gebracht hat, habe ich mich nun bei den kostenpflichtigen Anbietern umgesehen. Ob ich fündig geworden bin, liest du hier.

Alle Email-Anbieter sind laut eigener Angabe der “Beste”- wäre ja auch suboptimal zu sagen, dass man nicht besser als die Konkurrenz ist. Doch genau diesen Eindruck hatte ich in der Vergangenheit oft gewonnen. Das Problem, wenn man mit Superlativen um sich schmeißt: Man wird angreifbar. Im letzten Teil haben wir herausgefunden, dass bei allen Email-Anbietern noch Luft nach oben ist- doch wie sieht das bei kostenpflichtigen Angeboten aus?

 

Enttäuschung oder Überraschung?

Ich habe mir dieses Mal die jeweils günstigsten Angebote der Mail-Anbieter Strato, 1&1 und Posteo angesehen. Die Ergebnisse des Vergleichs habe ich unten zusammengetragen.

StratoPosteo1&1
Anzahl der Postfächer2511/20
Speicherplatz2 GB/ Postfach2 GB/ Postfach2 GB/ Postfach
Max. Größe der DateianhängekA50 MB100 MB
Qualität Spam und VirenschutzMittelmäßigGutGut
DesignMittelmäßigSehr gutMittelmäßig
Kontaktbuch, TerminplanerJa, JaJa, JaJa, Ja
AbwesenheitsnotizJakAJa
Werbung im OnlineportalNeinNeinNein
Mobile AppJa, werbefreiNeinJa, werbefrei
Zusätzliche Services etc.Eigene Domain, 100% ÖkostromZusätzlicher Speicherplatz etc. kann variabel gebucht werden, hohe Datenschutz- und NachhaltigkeitsstandardsEigene Domain
Preis1,49€/Monat + 9,90€ Einrichtungsgebühr1€/ Monat + Optionale modulare Erweiterungen1 Postfach: 0,99€ /Monat 20 Postfächer: 1,99€/ Monat

 

Hier sind Unterschiede deutlich leichter erkennbar als bei den kostenlosen Anbietern. Das zur deutschen Telekom gehörende Unternehmen Strato bietet in seinem Paket ganze 25 Postfächer, 1&1 noch 20- Posteo lediglich eines. Bei 1&1 liegt die Anhanggröße bei ganzen 100 MB- soviel bietet nicht einmal Gmail.

Alle drei Anbieter bieten seinen Kunden 2GB Speicherplatz pro Postfach. Bei Strato käme man (sofern man alle Postfächer verwendet) auf insgesamt 50GB- bei 1&1 immerhin noch auf 40GB. Posteo liegt hier mit nur einem einzigen Postfach im Vergleich relativ weit hinten.

Beim Design gibt es wieder große Unterschiede. Posteo kann hier den ersten Pluspunkt sammeln: Das Design ist modern, aber dennoch einfach gehalten. Alle Funktionen lassen sich sofort finden. Bei 1&1 zeigt das Design keine Auffälligkeiten, punkt jedoch mit einer recht guten Zugänglichkeit. Das Design bei Strato ist gelinde ausgedrückt „bescheiden“- ein Redesign könnte hier durchaus nicht schaden. Alle Funktionen lassen sich hier jedoch ebenfalls recht gut finden.

Schutzfunktionen

Alle drei Anbieter bieten selbstverständlich sowohl einen Spam- als auch einen Virenschutz. Die Qualität aller drei Anbieter liegt zwischen Mittelmäßig und gut. An den Schutz von Gmail kommt dennoch keiner heran.

Strato lässt immer noch die ein oder andere Spam Mail durch, fängt jedoch den größten Teil heraus. Bei Posteo und 1&1 ist dieser Filter noch ein wenig ausgereifter. 1&1 führt immer wieder die Bestenlisten im Bereich Spamschutz an.

 

Preismodelle

Die Preismodelle könnten unterschiedlicher nicht sein: Am einfachsten und mit Abstand am günstigsten fällt Posteo auf: 1€ pro Monat verlangt der in Berlin ansässige Anbieter. Das Modell basiert auf Guthabenbasis- heißt: Der Nutzer lädt Geld via Paypal oder Barzahlung auf das Konto auf. Ist dieses Guthaben aufgebraucht wechselt der Account zu einer Basis-Version, welche eine eingeschränkte Funktion bietet. Gekündigt werden kann monatlich.

Weitere Optionen wie zum Beispiel mehr Speicherplatz, Kalender oder Email-Adressen lassen sich kostengünstig aufrüsten. Eine zusätzliche Mailadresse kostet den Nutzer so zum Beispiel gerade einmal 10 Cent pro Monat. Bei zwei Jahren Laufzeit ohne die Zubuchung von Extras kommt man hier auf 24€.

Bei Strato kostet jeder Monat 1,49€- zuzüglich einer einmaligen Einrichtungsgebühr von 9,90€. Bei zwei Jahren Laufzeit kommt man somit auf 27,78€.

1&1 verwirrt mit einem komplizierten Preismodell- 0,99€ zahlt der Kunde hier in den ersten zwölf Monaten. Erst auf den zweiten Blick war ersichtlich, dass sich der Preis anschließend verdoppelt: nach diesen zwölf Monaten kostet der Service dem Nutzer 1,99€. Auf zwei Jahre gerechnet käme man bei 1&1 mit stolzen 35,76€ mit Abstand am teuersten weg.

 

Zusatzfunktionen

In Sachen Zusatzfunktionen weiß Posteo wieder einmal zu punkten: Mit seinen hohen Datenschutzstandards und Umweltbewussten Handeln ist dieser Anbieter der mit Abstand umweltfreundlichste im Vergleich. In Sachen Verschlüsselung gibt es ebenfalls nichts zu meckern.

Sowohl Strato als auch 1&1 punkten mit einer eigenen Domain- das heißt Emailadressen wie beispielsweise „service@deinefirma.de“ sind möglich. Für ein Professionelles Auftreten ist dies unerlässlich.

Alle drei Anbieter bieten natürlich grundlegende Kalender und Kontaktfunktionen an.

 

Wer ist jetzt der „Beste“?

Tja, das Ergebnis des Vergleiches ist nicht unbedingt eindeutig. Wer viele Domains für einen günstigen Preis braucht kommt um Strato kaum herum- so viele Funktionen für so wenig Geld gibt’s sonst nirgends.

Betrachtet man jedoch den Aspekt des Daten- und Umweltschutzes, so sollte unbedingt ein Blick auf Posteo geworfen werden. Der noch relativ junge Dienst bietet ein interessantes und klares Preismodell, guten Service und modulare Erweiterungen.

Wie im letzten Test gibt es jedoch leider auch dieses Mal einen Verlierer im Vergleich. 1&1 hat sich schon alleine durch sein undurchsichtiges und vor allem teures Preismodell aus dem Rennen gekickt. Punkten konnte der Anbieter jedoch durch die erlaubte Größe der Anhänge.

Wer einen kostenlosen Emailservice wünscht, sollte sich Gmail besser genauer ansehen- hier bekommt der Nutzer viel Speicherplatz, große Anhänge und einen exzellenten Spamschutz.

4 Kommentare

  1. Daniel 7. März 2016
    • Henrik Stamm 9. März 2016
      • Daniel 9. März 2016

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