Darum regen sich im Internet alle auf

Egal wo man im Moment hinsieht- es wird irgendwie überall gemeckert. Doch anstatt das sich die Menschen ihre eigene Meinung bilden, springen sie auf die Meinung anderer zeckenartig auf. Warum mich dieses Verhalten anwidert und wieso sowas hauptsächlich im Internet stattfindet, erfährst du hier.

Es gab sie schon immer, gibt es immer noch und wird es auch immer geben: die unverbesserlichen Nörgler. Nichts gegen Menschen, die sich aktiv gegen etwas wehren, und die eigene Meinung vertreten. Aber Menschen die sich immer wieder so unglaublich ekelhaft in Szene zu setzen versuchen und sich über willkürliche Dinge aufregen- das geht mir verdammt auf den Geist.

 

Professionelle Nörgler

Nörgler treten zumeist in Gruppen auf. Zunächst finden sie sich in kleinerer Stückzahl zusammen, später dann jedoch entfalten sie ihren kompletten Nervfaktor. Ihr Motto scheint zu sein: „Wir sind gegen alles, haben aber von nix auch nur ansatzweise eine Ahnung.“

Jetzt mal im Ernst: es scheint momentan „In“ zu sein, sich über alles und jeden aufzuregen- besonders in der Öffentlichkeit. Nein, nicht die „reale“ Öffentlichkeit- mit öffentlich ist das Internet gemeint.

Den nervigsten Höhepunkt erreichen bei mir jene Seiten, die ganz offenkundig damit werben, sich über etwas aufzuregen. So gibt es vor allem in der Technikbranche einige Seiten, welche extra zum Aufregen ein eigenes Format erschaffen haben. Artikel mit Namen wie zum Beispiel „Aufreger der Woche“ sind meiner Meinung nach unterste Schublade. Nicht nur, dass sich Woche für Woche ein willkürliches Thema zum pausenlosen Aufregen aus dem Daumen genuckelt wird- nein. Es wird keine Kritik geäußert, sondern lediglich drauflos gemeckert.

 

Private Nörgler

Doch auch sonst ist es im Internet anscheinend modisch, draufloszumeckern. Beliebte Themen auf Twitter, Google+ und Facebook sind da zum Beispiel: die EU, Computerspiele, Verhalten von Firmen oder die Öffentlich-Rechtlichen.

Das alles ist an sich noch gar nicht so schlimm- schlimm wird es erst dann, wenn sich andere dadurch aufgefordert zu fühlen, sich der Meinung anzuschließen. Dann werden Phrasen und Argumente im Verhältnis 1:1 übernommen und über den Sinn gar nicht mehr nachgedacht.

Wie oft hört man immer die selben Argumente zur EU? Ja, die Politiker reisen viel. Ja, wird zahlen viel ein. Na und? Schonmal die Vor- mit den Nachteilen verglichen? Nein? Dann wird’s aber mal Zeit!

Ebenso gerne werden auch einfach Dinge erfunden. Belieben wir bei der EU: das Argument, es seien viel zu viele Politiker in der EU aktiv ist schlichtweg falsch. Im EU Parlament sitzen ungefähr genauso viele Politiker wie in einer deutschen Großstadt. Jenes Argument bezüglich dessen, dass Deutschland immer nur einzahlt ist schlichtweg absichtlich nicht zu ende gedacht worden. Zwar zahlen wir viel ein- das stimmt. Aber wir erhalten dafür einen riesigen Markt- kein Land sonst profitiert so von der EU wie wir.

 

Versteht mich nicht falsch, jeder darf die Meinung seiner Wahl vertreten. Aber bitte vorher nachdenken und nicht immer nur die Sätze anderer nachplappern!

Was denkst du darüber?