Android L: Fluch oder Segen?

Nun war es also soweit. Das ist Android L, der Nachfolger von Kit Kat. Die Änderungen im Vergleich zum Vorgänger sind vergleichsweise riesig: neue Features, Sicherheitsvorkehrungen und vor allem: ein vollkommenes Redesign der Oberfläche. Das das nicht jedem gefällt, ist sicherlich klar- auch ich stehe dem ganzen einigermaßen kritisch gegenüber. 

Die neuste Version von Googles mobile Betriebssystem Android heißt L. Ja, einfach nur „L“. Zum Glück ist der Namenswechsel aber nicht die einzige Neuerung: Google hat seinem Liebsten Betriebssystem eine Rundumkur verpasst. Im Klartext heißt das: neues Design, neue Features. Was neu ist, und warum ich nicht alle Neuerungen klasse finde, erfährst du hier.

 

Neue Features

Fangen wir mit den neuen Features an, welche Google implementiert hat. Hier werden jedoch nur einige genannt; das Update ist schlicht zu groß und meine Zeit zu gering, um alles aufzählen zu können.

 

Benachrichtigungen

Zum einen haben sich die Benachrichtigungen verändert. Sie hören nun auf den Namen „Head Up Notifications“ und poppen einfach über dem Bildschirm auf. Wenn der Nutzer darauf reagieren möchte, öffnet er sie einfach durch einen Klick darauf. Wenn nicht, landen die zumeist Welt verändernden und unglaublich wichtigen Informationen in der Benachrichtigungsleiste- wie zuvor auch.

Der Vorteil im Vergleich zu den alten Benachrichtigungen ist, das der Nutzer sofort sieht, was es neues gibt. Er spart sich demnach den Weg über die Benachrichtigungsleiste. Ob dieses Feature jedoch tatsächlich nützlich ist, oder im alltäglichen Gebrauch einfach nur stört, wird sich zeigen müssen.

 

Bitte nicht stören-Modus

Google hat Android des weiteren einen speziellen „Bitte nicht stören“-Modus gegönnt, welcher dem Benutzer die Möglichkeit gibt, sein Gerät für ein voreingestelltes Intervall stumm zu schalten.

 

Performance & Akku

Android L ist schneller als seine Vorgänger. Ich weiß, dass hat man schon öfter gehört. Dieses mal jedoch ist Android L tatsächlich merklich schneller: durch den Umstieg auf die Laufzeitumgebung ART (anstatt DALVIK), starten Apps vor allem schneller. Zwar gab es ART auch schon in Android Kit Kat, jedoch war es dort standardmäßig deaktiviert. Man musste es zunächst über die Entwickleroptionen aktivieren- und das hat natürlich kaum jemand gemacht. Dazu erhält Android L nun 64-Bit Unterstützung.

Auch der Akku profitiert von ART: es lassen sich dadurch einige wertvolle Prozentpunkte sparen. Durch weitere Optimierungen könnten Smartphones nun gut drei Tage durchhalten. Okay, schlechter Witz. Wäre ja auch zu schön gewesen…

 

Kamera APIs

Android L stellt den Entwicklern nun zahlreiche neue APIs für die Kamera zur Verfügung, was für den Nutzer vor allem eines bedeutet: bessere Fotos. Klingt doch schon mal ziemlich gut, oder? Drittanbieter Apps können die Kamera besser somit Nutzen und dem User mehr Optionen an die Hand geben- ich freue mich darauf!

 

Design

Kommen wir zu den auffälligsten Neuerungen: dem Design. Google löst das Holo-Design durch das Material Design ab. Was daran neu ist?

 

Generelle Änderungen

Die vorinstallierten Google Apps wurden bereits an Android L angepasst. Das Material Design ist zwar deutlich flacher, verwendet dennoch mehr 3D-Effekte. Klingt wie ein Paradoxon, ist es aber nicht.

Vor allem jedoch bekennt Google nun im wahrsten Sinne des Wortes Farbe: die Apps sind nun derart bunt, dass ich die Bilder zunächst für einen schlechten Witz gehalten habe. War es aber nicht. Je länger ich mir das ganze jedoch ansehe, desto mehr gefällt es mir!

Google selbst sagt, dass durch das neue Design für den Nutzer zukünftig besser ersichtlich sein soll, welche Elemente anklickbar bzw. verschiebbar sind.

 

Benachrichtigungsleiste

Die Benachrichtigungsleiste passt sich der Farbe der Apps an, welche im Vordergrund laufen- und das sieht einfach toll aus. Endlich ist Schluss mit der dunklen Leiste, welche schon beim reinen zusehen depressiv macht!

 

Einstellungen

Wie könnte es auch anders sein? Die Einstellungen strahlen ebenfalls in neuem Glanz.  Sie sind nun heller und machen ebenfalls Gebrauch vom bunten, dreidimensional flachem Material-Design. Mann, klingt das blöd.

Recently-Used-Applications

Die Ansicht der zuletzt verwendeten Apps hat den Sprung in die Dreidimensionalität ebenfalls geschafft und erscheint nun heller. Leider sehe ich dort aber die Übersicht flöten gehen- immerhin versperren die ganzen Animationen die Sicht auf das, was wirklich relevant ist: nämlich die zuletzt verwendeten Apps. Der Nutzen muss sich auch hier im Endeffekt im Praxistest zeigen.

 

Das Problem

Was aber, wirst du dich nun fragen, ist mein eingangs erwähntes Problem am neuen Design. Ganz einfach: es ist zu neu. Wie lange hat die Umstellung des Designs von Android 2.x zu 3.x gedauert? Wie lange haben Entwickler sich Zeit gelassen, ihre Apps anzupassen? Eben.

Teilweise finden sich immer noch Nachzügler-Apps im Play Store, welche in einem Design von gefühlt 1968 erscheinen. So wird das vermutlich auch bei Android L sein: Entwickler werden sich mit der Optimierung Zeit lassen, Apps wegen der neuen Laufzeitumgebung abstürzen und Nutzer genervt sein. Wie wäre es mit knallhartem Vorgehen seitens Google?

Wie siehst du das? Was hältst du von der Neusten Android Iteration? Schreib’s in die Kommentare!

Was denkst du darüber?