Android Entwicklung Teil 2 [Tutorial]

Im zweiten Teil des Android-App-Tutorial werde ich näher auf das Thema Eclipse und die Grundlagen in Sachen Android Programmierung eingehen. 

Nachdem wir im letzten Teil Eclipse eingerichtet und eine erste App erstellt haben, möchte ich nun näher auf die Funktionen, welche uns Eclipse bietet, eingehen. Zunächst einmal verschaffen wir uns einen groben Überblick.

 

Package Explorer und Codeansicht

Auf der linken Seite befindet sich der sogenannte Package Exloprer. Mit dessen Hilfe navigieren wir uns durch alle Dateien, welche unser Projekt beinhaltet. Denn eine App besteht nicht nur aus Code, sondern auch aus Layouts, Tönen, Bildern oder speziellen Dateien wie Strings etc (darauf komme ich später noch zu sprechen). Alle Dateien sortiert der Package Explorer in Ordnern. Folgendes ist eine gängige Ordnerstruktur:

  • src    |Hier landet der Code hauptsächlich
  • gen    |Von Eclipse automatisch generierte Dateien, welche man am Besten nicht anrührt
  • assets    |Töne und Schriftarten landen hier
  • bin    |Vom Compiler generierte Dateien, die man ebenfalls nicht anrühren sollte
  • libs    |Hier werden Bibliotheken abgespeichert
  • res    |Layouts, Strings, Grafiken, Animationen und Menüs befinden sich hier
  • Android Manifest.xml    |Diese Datei ist besonders wichtig; sie enthält allgemeine Informationen über die App (Version, Berechtigungen etc.)
  • Sonstige Dateien

 

Diese Ordnerstruktur bleibt auch dann erhalten, wenn wir unsere App im Explorer von Windows ansehen. Dafür muss man lediglich den Pfad aufrufen, welchen man zu Beginn der Einrichtung von Eclipse als Workspace angegeben hat.

Der Sourcecode gehört in sogenannte „Klassen“ und werden als .java Datei gespeichert. Layouts und Strings dagegen werden im .xml Format abgespeichert. Strings sind eine sehr praktische Sache: sie beinhalten Textausschnitte, welche wir zuvor festlegen. Man kann diese in mehreren Sprachen festlegen, sodass eine App auch multilingual entwickelt werden kann. Strings können wir in Layouts verwenden, indem wir das Attribut „text“ folgendermaßen verändern:
android:text="@string/Name_Des_Strings"

In der Mitte von Eclipse befindet sich die Code/Layout Ansicht. Sie ermöglicht es uns, Dinge im Code oder dem Layout zu betrachten oder zu bearbeiten. Rechts davon befindet sich die sog. „Outline“. Diese ist momentan von keiner allzu großen Relevanz. Ganz unten gibt es mehrere Reiter (Problems, Console, Devices…), welche eigentlich selbsterklärend sein sollten.

 

Die Leistenfunktionen

In der Leiste im oberen Teil von Eclipse befinden sich die folgenden Funktionen (von links nach rechts):

  • Neues Projekt
  • Aktuelle Datei speichern
  • Alle Dateien speichern
  • Drucken
  • Strings zur Übersetzung hochladen (ein kostenpflichtiger Service von Google)
  • Übersetzte Strings herunterladen
  • Android SDK Manager starten
  • Android AVD Manager starten
  • Android Lint über aktuelles Projekt laufen lassen (Detektion von evtl. Fehlern)
  • Alle Breakpoints (Code Stopps) überspringen
  • Android App debuggen
  • Android App auf Emulator (digitalem Gerät) oder echtem Smartphone installieren
  • Last Tool verwenden
  • Neues Java Paket erstellen
  • Neue Klasse erstellen
  • Öffnen von Dateien
  • Nach Wörtern suchen
  • Weitere

 

Der AVD Manager

Mithilfe des Android Virtual Device Managers können wir unsere App direkt im PC testen. Dazu wird ein virtuelles Gerät (Emulator) erstellt. Dieses imitiert zum Beispiel eine Android Version oder die Display Größe sowie die Kamera. Der Emulator ist leider stark verbesserungswürdig, und ungefähr so schnell wie eine Schnecke auf Beruhigungsmittel. Für den Start können gut und gerne 5 Minuten drauf gehen. Ein neues Gerät lässt sich im AVD Manager erstellen, indem man einfach auf „new…“ klickt.

Eine gute Alternative ist hier der BlueStacks App Player, den man sich hier kostenlos herunterladen kann.

 

Der SDK Manager

Den SDK Manager haben wir das letzte Mal bereits eingerichtet. Wie bereits erwähnt, ist der SDK Manager für den Downlaod benötigter Daten zuständig. Er lädt relevantes für jede Android-Version oder auch Tools zur Einbindung von Werbeanzeigen herunter. Hin und wieder sollte man hier ein Update ausführen, um Fehler zu vermeiden.

 

Wenn Eclipse Probleme macht

Im ersten Tutorial habe ich bereits durchscheinen lassen, dass Eclipse und ich ein sehr gespaltenes Verhältnis zueinander pflegen. Der Grund dafür ist leicht genannt: diese Software ist blöd (ja, Sch…. wollte ich nicht sagen, das ist ja ein ordentlicher Blog hier). Eclipse regt mich zuweilen so sehr auf! Nicht nur, dass es willkürlich Fehler produziert, wo keine sind oder Projekte nach belieben zerschießt. Nein. Zusätzlich dazu verweigert es manchmal einfach nur den Dienst. Warum auch immer. Wenn Eclipse also mal nicht funktionieren sollte, gibt es zum Glück einen Retter in der Not: das Internet. Wer seine Fehlermeldung (sofern Eclipse eine ausspuckt) googelt, findet meistens eine Antwort. Als wirklich gute Ressource ist hier vor allem Stackoverflow oder das Entwicklerforum bei AndroidPit zu nennen.

Manchmal hilft jedoch auch einfach nur hoffen, neu installieren und neustarten. Das ist für mich die Schattenseite der Android Entwicklung. Zwar gibt es Alternativen, wie im letzten Tutorial bereits genannt, doch diese sind meistens schwerer zu bedienen oder sehr unfertig. Trotzdem lohnt es sich, diese einfach mal auszuprobieren. In dieser Tutorialserie beschränken wir uns jedoch vorerst auf die Verwendung von Eclipse.

 

Wir haben jetzt einiges über Eclipse und die beiden Android Manager gelernt. In der nächsten Folge beschäftigen wir uns mit einer ersten komplexeren App um die Theorie aus dieser Serie nochmal zu festigen. Wenn ihr noch fragen habt, dürft ihr diese gerne in den Kommentaren stellen!

 

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